Du hast an deinen Google Ads nichts geändert, und trotzdem wirkt plötzlich alles „breiter": ungewohnte Suchbegriffe, mehr Klicks, höhere Kosten. Wartest du jetzt einfach ab, zahlst du im Zweifel für Traffic, der nie Kunde wird.
Der Auslöser kann eine Umstellung sein, die Google seit dem 1. September ausrollt: AI Max wird in bestimmten Suchkampagnen automatisch aktiviert, ohne dass du aktiv zustimmen musst. Entscheidend sind genau zwei Einstellungen in deiner Kampagne. Wenn du diese zwei Schalter kennst, prüfst du in wenigen Minuten, ob dein Konto betroffen ist und ob du gegensteuern solltest.
AI Max ist keine neue Kampagnenart. Es ist eine Erweiterung deiner bestehenden Suchkampagne, die Google gerade in betroffenen Konten aktiviert.
„Google schaltet betroffene Suchkampagnen gerade auf die AI-Max-Funktion um. Das ist keine neue Kampagnenart, sondern eine Erweiterung der Suchkampagne." – Christoph Mohr
Das Problem ist nicht „KI" an sich, sondern Reichweite ohne saubere Leitplanken: Google bekommt mehr Spielraum bei Suchbegriffen, Anzeigenbestandteilen und sogar bei der Zielseite. Gerade bei begrenztem Budget merkst du Streuverluste schnell. Ein paar Tage „falsche" Ausspielung können reichen, um Cost-per-Lead und Cost-per-Acquisition in die Höhe zu treiben, ohne dass du sofort verstehst, warum.
Google aktiviert AI Max nicht überall automatisch, sondern nur in Kampagnen, in denen mindestens eine von zwei Einstellungen aktiv ist. Genau hier schaust du als Erstes hin.
Sind in deinen Kampagneneinstellungen „automatisch erstellte Assets" aktiv, kann das der Auslöser sein. Praktisch heißt das: Google zieht Inhalte von deiner Website und baut daraus Anzeigenelemente wie Sitelinks, Zusatzinformationen, Snippets und Texte.
„Wenn du die automatisch erstellten Assets aktiviert hast, ist das der Trigger dafür, dass Google AI Max aktiviert." – Christoph Mohr
Das kann funktionieren, wenn deine Website sauber strukturiert ist und deine Botschaften klar sind. Es kann aber danebengehen, wenn deine Seite mehrere Zielgruppen, mehrere Leistungen und zu allgemeine Formulierungen abdeckt – was bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen der Fall ist.
Der zweite Auslöser ist Broad Match als Kampagneneinstellung – die weitgehend passende Zuordnung für die ganze Kampagne. Wichtig ist die Unterscheidung: Es geht nicht darum, ob du einzelne Keywords in weitgehend passender Form eingebucht hast, sondern um den Schalter, der die komplette Kampagne auf Broad Match stellt.
„Dann hat Google viel mehr Möglichkeiten, dich zu Suchbegriffen zuzuordnen, wo Google der Meinung ist: Das könnte ja passen." – Christoph Mohr
Für Google ist das bequem, für dein Konto potenziell teuer. Du bekommst Klicks, aber nicht die richtigen – thematisch kann das komplett von dem weggehen, was du eigentlich erreichen möchtest.
Du musst nicht raten. Öffne unter „Statistiken und Berichte" die Suchbegriffe. Dort gibt es eine eigene Spalte, die ausweist, ob ein Suchbegriff über die AI-Max-Funktion ausgelöst wurde.
Viele schauen nur auf Kampagnenkosten und Conversions. Die Wahrheit liegt oft in den Suchbegriffen. Tauchen dort plötzlich Themen auf, die nichts mit deinem Angebot zu tun haben, ist das selten ein „Markt", der sich geändert hat – sondern meist die Ausspielungslogik.
In AI Max ist standardmäßig eine Erweiterung aktiv, die für viele Konten riskant ist: Google kann die finale URL ausweiten und Nutzer auf eine andere Unterseite schicken als die, die du bewusst gewählt hast.
„Wenn die Erweiterung der Zielseiten aktiviert ist, kann Google sich eine komplett andere Unterseite von deiner Website heraussuchen und die Leute dorthin schicken." – Christoph Mohr
Das klingt harmlos, ist aber oft der Conversion-Killer: Du optimierst Anzeige und Landingpage auf ein klares Versprechen, und Google schickt den Klick dann auf eine Unterseite, die dieses Versprechen nicht sauber abholt. Das Ergebnis: mehr Klicks, weniger Abschlüsse. Die entscheidende Frage ist, ob du die Leute dort wirklich mit dem abholst, was du anbietest.
In echten Konten sieht das Bild gemischt aus. Es gibt Fälle, in denen AI Max gut funktioniert. Häufiger verschlechtern sich die Ergebnisse.
„Unsere Erfahrung ist momentan fifty-fifty, mit Tendenz zu eher mehr schlechten als guten Ergebnissen." – Christoph Mohr
Eine pauschale Empfehlung, AI Max zu aktivieren, gibt es deshalb nicht. Die Streuung ist so groß, weil AI Max nur dann sinnvoll optimieren kann, wenn du Google die richtigen Signale gibst. Und damit sind wir beim entscheidenden Fundament: dem Tracking.
„Für AI Max ist wieder unheimlich wichtig, dass du ein sinnvolles Conversion-Tracking hast und wirklich sinnvolle Aktionen zurückmeldest: Bestellung, Anfrage, Termin vereinbart." – Christoph Mohr
Meldest du dagegen „Kontaktseite aufgerufen" als Conversion oder gar nichts zurück, lernt der Algorithmus das Falsche. Dann verbrennt AI Max Budget, weil Google auf Signale optimiert, die keinen Umsatz bedeuten. Genau darum sollte dein Tracking bis zum echten Geschäftsergebnis reichen – idealerweise bis in dein CRM, inklusive der Abschlüsse, die per Telefon, E-Mail oder Formular entstehen. Dieses Thema war immer wichtig und wird mit AI Max noch wichtiger.
Hast du AI Max bewusst aktiviert und die Zahlen passen, kannst du es ruhig weiterlaufen lassen. Wurde es ohne dein Zutun eingeschaltet und die Kosten steigen, während die Suchbegriffe „komisch" werden, ist Deaktivieren eine realistische Option.
Google wird Automatisierung und KI-Funktionen weiter ausbauen. Die entscheidende Frage ist, ob dein Konto dafür gebaut ist – ob dein Fundament diese Erweiterungen später tragen kann.
Wenn du magst, schauen wir gemeinsam in dein Konto: Welche zwei Schalter sind aktiv, woher kommen die teuren Suchbegriffe, und reicht dein Tracking bis zu echten Geschäftsergebnissen?
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