Google Ads: Agentur, selbst machen oder Mentoring?

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"Soll ich Google Ads selbst machen oder eine Agentur beauftragen?" Diese Frage höre ich in fast jedem Erstgespräch. Manchmal von jemandem, der bisher selbst gemacht hat und merkt, dass es nicht mehr trägt. Manchmal von jemandem, der gerade mit einer Agentur unzufrieden ist. Und manchmal von jemandem, der ganz neu in das Thema einsteigt und gar nicht weiß, wo er anfangen soll.

Die ehrliche Antwort ist nicht "Agentur ist immer besser" oder "Selbstmachen ist immer günstiger". Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt davon ab. Und es gibt mehr als zwei Optionen.

In diesem Artikel zeige ich dir die drei Wege, die du gehen kannst, und woran du erkennst, welcher zu dir passt. Ich verkaufe dir hier nichts. Ich gebe dir die Entscheidungshilfe, die ich auch einem Bekannten am Telefon geben würde.

Die drei Wege im Überblick

In der Praxis gibt es drei realistische Modelle, wie Google Ads in deinem Unternehmen betreut werden kann.

Erstens: Du oder ein Mitarbeiter macht es selbst, allein, ohne externe Unterstützung. Du lernst über YouTube, Bücher, Foren, Trial and Error. Niedrige direkte Kosten, hohe Lernkurve, viel Zeitaufwand.

Zweitens: Du oder ein Mitarbeiter macht es selbst, aber mit einem Mentor oder Coach im Hintergrund. Du behältst die volle Kontrolle, arbeitest selbst am Konto, hast aber jemanden, der dich anleitet, Fehler vermeidet und dich beim Wachstum begleitet.

Drittens: Du beauftragst eine Agentur. Sie übernimmt die Steuerung, du gibst Ziele vor und konzentrierst dich auf dein Kerngeschäft.

Welche Option wann sinnvoll ist, klären wir Schritt für Schritt.

Wann lohnt sich Selbstmachen?

Selbstmachen lohnt sich, wenn drei Bedingungen erfüllt sind.

Erste Bedingung: Du hast Zeit. Ein Werbekonto braucht regelmäßig Aufmerksamkeit. Suchbegriffsberichte prüfen, Anzeigen anpassen, Gebote bewerten, Conversion-Tracking pflegen. Wenn du das alles neben einem Vollzeit-Geschäft machst, läuft es entweder schlecht oder es bleibt liegen. Rechne mit mindestens drei bis fünf Stunden pro Woche, gerade in den ersten Monaten deutlich mehr.

Zweite Bedingung: Du hast Lust auf das Thema. Google Ads ist nichts, was du nebenbei zähneknirschend mitmachst. Wer den Algorithmus, die Logik hinter Smart Bidding und die Mechanik von Performance Max nicht spannend findet, wird auf Dauer kein gutes Konto führen. Begeisterung ersetzt zwar nicht Erfahrung, aber ohne sie wird es zäh.

Dritte Bedingung: Dein Budget ist überschaubar. Bei kleineren monatlichen Werbeetats, sagen wir bis 1.000 Euro, ist der wirtschaftliche Spielraum für eine Agenturbetreuung oft nicht da. Da macht Selbstmachen oder Mentoring deutlich mehr Sinn.

Wer alle drei Bedingungen erfüllt, kann mit Selbstmachen weit kommen. Wer eine davon nicht erfüllt, sollte die anderen Optionen ernsthaft prüfen.

Was beim Selbstmachen die ehrlichen Risiken sind

Selbstmachen klingt charmant, hat aber zwei Stolperstellen, die viele unterschätzen.

Das eine ist die Lernkurve. Du machst zwangsläufig Fehler. Falsche Match Types, zu breit gesetzte weitgehend passende Keywords, fehlendes Negativwort-Set, Smart Bidding ohne ausreichendes Tracking-Fundament. Diese Fehler kosten Geld, oft mehr, als eine Agentur im selben Zeitraum gekostet hätte.

Das andere ist das Klumpenrisiko. Wenn nur du das Konto kennst und du krank wirst, in Urlaub fährst oder das Thema mal eine Zeit lang nicht mehr willst, steht alles still. Bei kleineren Unternehmen ist das ein reales Risiko, das in der Pro/Contra-Liste oft vergessen wird.

Wann lohnt sich Mentoring?

Mentoring ist der Mittelweg, der bei vielen KMU am besten passt und in den Standard-Artikeln zum Thema fast immer fehlt.

Die Logik: Du oder ein Mitarbeiter macht das Konto selbst, aber im regelmäßigen Austausch mit jemandem, der das Handwerk seit Jahren kennt. Wöchentlich oder zweiwöchentlich gibt es eine Stunde, in der das Konto durchgegangen wird, Fragen beantwortet, nächste Schritte geplant. Dazwischen arbeitest du selbst.

Der Vorteil: Du sparst dir die teuren Anfängerfehler, behältst aber die volle Kontrolle und das Wissen im Haus. Wenn ein Mitarbeiter dein Konto bedient und in einem Jahr das Unternehmen verlässt, ist das Wissen nicht weg, weil du es selbst aufgebaut hast.

Mentoring lohnt sich besonders, wenn:

  • du oder ein Mitarbeiter intern Google Ads steuern soll, aber Begleitung braucht
  • du langfristig unabhängig sein willst
  • dein Werbebudget zwischen 1.000 und 10.000 Euro im Monat liegt
  • du dein Geschäftsmodell ohnehin selbst am besten kennst und niemand Externes diese Spezifika in kurzer Zeit aufnehmen kann

Genau für diesen Weg haben wir bei Master of Search das Mentoring-Programm aufgebaut. Du machst die Hände schmutzig, ich begleite dich.

Wann lohnt sich eine Agentur?

Eine Agentur lohnt sich, wenn dein Werbebudget so groß ist, dass die Betreuung wirtschaftlich getragen wird, du keine Lust oder Zeit hast, das Thema selbst aufzubauen, oder die Komplexität so hoch ist, dass interne Ressourcen nicht ausreichen.

Konkrete Anhaltspunkte: Wenn du mehrere tausend Euro pro Monat in Google Ads steckst, mehrere Werbeplattformen parallel fährst, komplexe E-Commerce-Setups mit großen Produktfeeds hast oder einfach den Kopf für andere Themen brauchst, ist die Agentur oft die wirtschaftlich beste Wahl.

Die Rechnung ist einfach: Wenn eine gute Agentur deine Performance um 20 Prozent verbessert und gleichzeitig fünf Stunden pro Woche deiner Zeit freischaufelt, ist sie bei vielen Konten innerhalb weniger Monate refinanziert.

Was eine Agentur kann und was nicht

Lass mich auch hier ehrlich sein, weil zu viele Pro/Contra-Listen sich auf abstrakte Vorteile beschränken.

Was eine gute Agentur leistet: Jahrelange Erfahrung mit unterschiedlichen Konten und Branchen, schnelles Erkennen typischer Fehler, Zugriff auf moderne Steuerungslogiken wie Smart Bidding und Performance Max ohne Lernkurve, kontinuierliche Betreuung auch bei Urlaub und Krankheit, direkte Drähte zu Google bei Problemen wie Kontosperrungen.

Was eine Agentur nicht leisten kann: Dein Geschäftsmodell besser verstehen als du selbst. Deine Kundengespräche führen. Deine internen Prozesse so kennen, wie du sie kennst. Genau deshalb ist die Frage "Was bringt der Kunde mit, was bringt die Agentur mit" so wichtig. Du musst dich nicht zurücklehnen können, du musst Ziele vorgeben und Feedback geben.

Bei Master of Scaling arbeiten wir nach diesem Prinzip. Wir liefern die Handwerksqualität, du gibst die Richtung vor. Ohne dich als aktiven Teil funktioniert auch die beste Agentur nicht.

Worauf du bei einer Agentur achten musst

Wenn du dich für eine Agentur entscheidest, gibt es ein paar nicht verhandelbare Punkte. Ich habe sie in einem anderen Artikel ausführlicher beschrieben, hier nur die wichtigsten:

  • Du behältst die Kontoinhaberschaft. Immer. Keine Diskussion.
  • Keine überlangen Vertragslaufzeiten. Drei bis sechs Monate sind fair und geben beiden Seiten Zeit, sich kennenzulernen. Verträge über 24 Monate sind ein Warnsignal.
  • Keine Übergabegebühren beim Ausstieg. Wer beim Abschied kassiert, hat schon zu Beginn der Zusammenarbeit nicht in deinem Sinne gehandelt.
  • Senior-Betreuung. Frag, wer dein Konto wirklich anfasst, nicht wer es im Verkaufsgespräch verkauft.
  • Transparenz auf Suchbegriff-Ebene. Reports allein reichen nicht, du musst jederzeit selbst ins Konto schauen können.

Was viele unterschätzen: Die Kombination

In der Praxis ist die beste Antwort oft nicht eine der drei Optionen, sondern eine Kombination.

Zum Beispiel: Eine Agentur übernimmt die operative Steuerung, ein interner Mitarbeiter ist Sparringspartner und behält den Überblick. Oder: Du arbeitest zwölf Monate im Mentoring, baust internes Wissen auf, und übergibst danach an eine Agentur, weil dein Budget gewachsen ist. Oder: Eine Agentur startet das Konto sauber, du übernimmst nach einem halben Jahr selbst und holst dir nur noch quartalsweise einen externen Blick dazu.

Es gibt keine Pflicht, sich für ein Modell zu entscheiden und es zehn Jahre durchzuziehen. Was zu dir passt, kann sich mit deinem Unternehmen ändern.

Häufige Fehler bei dieser Entscheidung

  • Reine Kostenrechnung. "Agentur 1.500 Euro pro Monat versus Mitarbeiter umsonst, weil eh da" – diese Logik ignoriert Lernkurven, Klumpenrisiken und verlorene Ergebnisse.
  • Aus Frust springen, nicht aus Strategie. Schlechte Erfahrung mit einer Agentur ist kein Beweis dafür, dass Selbstmachen besser ist. Es ist ein Beweis dafür, dass die Agentur schlecht war.
  • Kein klares Ziel. Egal welches Modell du wählst, ohne klar definierte Ziele weiß keiner, woran er gemessen wird.
  • Niemand prüft regelmäßig nach. Auch ein gut aufgesetztes Konto braucht laufende Aufmerksamkeit. Wer einmalig delegiert und nie wieder reinschaut, gibt Kontrolle aus der Hand.

Wie wir das selbst leben

Bei Master of Scaling fahren wir unser eigenes Marketing über Google Ads und Meta Ads. Wir geben aktuell selbst immer mehr Werbebudget aus. Wir machen es selbst, weil wir das Handwerk beherrschen und weil unser Geschäftsmodell ohne saubere Performance nicht funktioniert.

Genau aus dieser Position kann ich sagen: Es gibt für jedes Unternehmen einen passenden Weg. Wir bauen mit Master of Search Mentoring für die, die selbst lernen wollen, und mit Master of Scaling die Done-for-you-Variante für die, die delegieren wollen. Beide Wege haben Berechtigung. Das ist auch der Grund, warum wir beide Programme anbieten.

Mein Fazit

Die Frage "Agentur oder selbst machen" ist zu eng gestellt. Es gibt drei Wege, nicht zwei. Und der richtige Weg hängt von deinem Budget, deiner Zeit, deiner Lust am Thema und deinem Wachstumsplan ab.

Wer bei begrenztem Budget alles selbst machen will und Spaß am Lernen hat, kann mit YouTube und Trial and Error weit kommen. Wer Zeit und Lust hat, aber Anfängerfehler vermeiden möchte, ist im Mentoring richtig. Wer schnell Ergebnisse braucht und das Thema delegieren will, sollte eine Agentur beauftragen.

Wichtig in jedem dieser drei Modelle: Du behältst die Kontrolle, du kennst deine Zahlen, du gibst die Richtung vor. Ohne dich als aktiven Teil läuft kein Modell der Welt.

Welcher Weg passt zu dir?

Wenn du nach diesem Artikel denkst "ich weiß ehrlich gesagt nicht, welcher Weg zu meiner Situation passt", schreib mir kurz über das Kontaktformular, wo du gerade stehst. Ich melde mich dann persönlich bei dir.

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