So startest du komplett neue Google Ads Kampagnen

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Vor einer Weile war ich auf einem Revival-Treffen meines ersten Jobs bei der ZANOX AG (heute AWIN). Ich kam rein, freute mich auf alte Gesichter – und dann hörte ich es schon von hinten: „Ey, Prakt01! Lange nicht gesehen!"

Prakt01 war mein damaliger Benutzername, als ich dort als Praktikant angefangen habe und später als Werkstudent. So wurde ich intern gerufen. Auch fünfzehn Jahre und ein paar Karriere-Stationen später war ich für meine alten Kollegen immer noch „Prakt01". 

Bei vielen Unternehmern sehen wir das ganz ähnlich – nur dass es in ihren Google-Ads-Konten passiert. Sie hängen in alten Mustern fest, machen Dinge so wie vor fünf Jahren, und wundern sich, warum die Performance abrutscht oder der Start einer neuen Kampagne nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt haben.

In diesem Beitrag bekommst du eine ehrliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du heute eine neue Google Ads Kampagne sauber aufsetzt – inklusive Tracking-Basis, Kampagnentypen, Budget, Gebotsstrategie und den Fehlern, die dir richtig Geld kosten können.

Bevor du loslegst: Tracking und Consent Mode müssen stehen

Ohne sauberes Tracking ist jede Kampagne ein Blindflug. Du gibst Geld aus, weißt aber nicht, was wirklich funktioniert. Genau deshalb steht dieser Punkt am Anfang – nicht am Ende.

Was du brauchst, bevor die erste Anzeige live geht:

  • ein Consent-Management-Tool (zum Beispiel Cookiebot, Usercentrics oder Borlabs) mit aktivem Consent Mode v2 – ohne den schrumpfen deine Daten in Europa massiv
  • eine saubere GA4-Property, verknüpft mit deinem Google Ads Konto
  • den Google Tag über den Google Tag Manager, der die wichtigsten Conversions sauber erfasst
  • Enhanced Conversions für bessere Datenqualität, vor allem nach iOS-Updates und Cookie-Restriktionen
  • idealerweise Server-Side-Tracking, wenn du im E-Commerce oder Lead-Gen ernsthaft skalieren willst

Wichtig: Das ist keine Rechtsberatung. Wie du Consent Mode und Tracking konkret rechtlich einbettest, sollte mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt geklärt werden.

Heißt für dich: Wenn dein Tracking nicht steht, fängst du gar nicht erst an. Sonst gibst du Geld aus für Daten, die nie zurückkommen.

Schritt 1: Definiere dein Ziel und mache es messbar

Was willst du mit deiner Kampagne erreichen? Eine Bestellung im Shop? Eine qualifizierte Anfrage über das Kontaktformular? Eine Buchung im Kalender? Eine Newsletter-Anmeldung?

Klingt banal, ist aber der Punkt, an dem die meisten Konten schon scheitern. Wenn du kein klares Conversion-Ziel definierst, weiß weder Google noch du selbst, ob die Kampagne erfolgreich ist.

Pro Tipp: Hilfsconversions (Newsletter-Anmeldung, PDF-Download, Klick auf Telefonnummer) bekommen einen niedrigen Conversion-Wert, deine Hauptconversion (Kauf, Anfrage, Buchung) den vollen Wert. So weiß Google klar, worauf optimiert werden soll – und du auch.

Schritt 2: Welcher Kampagnentyp passt zu dir?

Hier wird es schon strategisch. Welcher Kampagnentyp am meisten Sinn ergibt, hängt von deinem Geschäftsmodell, deinem Budget und deinen Daten ab.

Suchkampagne

Der Klassiker und in den meisten Fällen die beste Wahl zum Start. Du buchst gezielt Suchbegriffe ein und erreichst Nutzer, die aktiv nach deinem Produkt oder deiner Dienstleistung suchen. Hohe Kaufabsicht, klar messbare Ergebnisse, gute Kontrolle.

Für die Keywordrecherche gibt es hier eine ausführliche Anleitung.

Performance Max

Vollautomatisierter Kampagnentyp, der parallel auf Suche, Display, YouTube, Gmail, Discover und Maps ausspielt. Mächtig, aber tückisch. Wir empfehlen PMax meistens erst, wenn du im Konto schon Conversion-Daten hast (mindestens 30 bis 50 Conversions im Monat) und ein sauberes Tracking läuft. Sonst optimiert Google in eine Black Box hinein und du siehst nicht, wo das Budget tatsächlich landet.

Shopping-Kampagne

Pflicht für E-Commerce. Voraussetzung ist ein sauber gepflegter Produktdatenfeed im Merchant Center. Wenn dein Feed Müll enthält, performt auch die beste Kampagne nicht.

Demand Gen

Der Nachfolger der alten Discovery-Kampagnen, spielt auf YouTube Shorts, im Discover-Feed und in Gmail aus. Stark für visuelle Produkte, Lead-Funnel und Markenaufbau – aber kein Einsteiger-Format, weil du gute Creatives brauchst.

Mein Tipp: Wenn du neu startest und kein E-Commerce bist, beginne mit einer Suchkampagne. Sie liefert dir am schnellsten saubere Daten und du behältst die Kontrolle.

Schritt 3: Keywords richtig einbuchen – und Negative Keywords nicht vergessen

Bei den Keyword-Optionen wirst du in Google Ads gerne in Richtung „weitgehend passend" gedrängt. Das kann sinnvoll sein, wenn dein Konto reife Conversion-Daten hat und Google entsprechend lernen kann. Beim Start ist das aber meist riskant.

Mein Rat: Beginne mit passender Wortgruppe ("keyword") oder genau passend ([keyword]). So hast du die Kontrolle, auf welche Suchbegriffe deine Anzeigen wirklich ausgespielt werden. Erst wenn dein Tracking sauber läuft und die Gebotsstrategie genug Daten hat, lohnt sich der Wechsel zu „weitgehend passend".

Genauso wichtig wie die richtigen Keywords: Negative Keywords von Anfang an mitdenken.

Wir hatten einen Kunden, der hochwertige IT-Container und Serverräume vermietet. Seine vorherige Agentur hatte „IT Container" als weitgehend passend eingebucht – ohne Negative Keywords. Google hat die Anzeigen dann zu rund 90 Prozent über Suchanfragen wie „Baucontainer", „WC Container" und „Dixi Klo" ausgespielt. Ein hoher fünfstelliger Betrag wurde verbrannt, ohne einen einzigen relevanten Lead.

Was das für dich heißt: Lege dir vor dem Start eine Negative-Keyword-Liste an. Branchenfremde Begriffe, irrelevante Produktkategorien, „kostenlos", „gratis", „job", „ausbildung", „selber machen" – je nach Geschäftsmodell. Die Liste pflegst du dann jede Woche aus den tatsächlichen Suchbegriffen weiter.

Schritt 4: Budget realistisch ansetzen

Hier sehen wir die meisten Fehler – und sie kosten am meisten Geld.

Viele Unternehmer denken, sie müssen ihr Budget breit auf viele Kampagnen aufteilen. Das Gegenteil ist richtig.

Ein typisches Beispiel: Du hast 500 Euro Monatsbudget und startest direkt fünf verschiedene Kampagnen. Jede Kampagne bekommt rund 3,30 Euro Tagesbudget. Bei einem durchschnittlichen Klickpreis von 1,50 Euro sind das gerade mal zwei Klicks pro Tag. 60 Klicks im Monat. Vielleicht eine einzige Conversion.

Google braucht aber mindestens 20 bis 30 Conversions pro Kampagne und Monat, damit der Algorithmus überhaupt sinnvoll lernen kann. Mit deinem zerstückelten Budget hat er keine Chance.

So machst du es richtig:

  • Bei Monatsbudget unter 500 Euro: konzentriere dich auf eine Kampagne. Onlineshop → Shopping. Dienstleister → Suchkampagne mit fünf bis zehn klaren Kauf-Keywords.
  • Bei Monatsbudget zwischen 500 und 2.000 Euro: maximal zwei Kampagnen, klar getrennt nach Funktion (zum Beispiel Brand und Generic).
  • Erst ab vierstelligem Tagesbudget kannst du sinnvoll auf mehrere Kampagnen aufteilen.

Mein Richtwert für saubere Datensammlung beim Start: rund 50 Euro Tagesbudget pro Kampagne. Damit bekommst du genug Klicks, um in zwei bis drei Wochen verlässlich zu erkennen, was funktioniert und was nicht.

Bist du im B2B mit hohem Wettbewerb unterwegs (Klickpreise bei vier bis acht Euro), brauchst du entsprechend mehr Tagesbudget – sonst hast du am Ende des Tages nur eine Handvoll Klicks und keine Datengrundlage.

Schritt 5: Die richtige Gebotsstrategie wählen

Hier hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Früher war „Klicks maximieren" der Standard-Start. Heute empfehlen wir das nur noch, wenn dein Tracking aus irgendeinem Grund noch nicht steht.

Die Logik:

  • „Conversions maximieren" – starkes Default zum Start, sobald du Conversion Tracking hast. Google holt mit deinem Tagesbudget so viele Conversions wie möglich.
  • „Conversionwert maximieren" – wenn deine Conversions unterschiedliche Werte haben (zum Beispiel im E-Commerce mit verschiedenen Produktpreisen). Empfehlen wir in den meisten Konten als nächsten Schritt.
  • „Ziel-CPA" – wenn du genau weißt, was dich eine Conversion kosten darf.
  • „Ziel-ROAS" – wenn du ein klares Verhältnis von Werbeausgaben zu Umsatz erreichen willst. Mein Tipp: nicht zu früh und nicht zu hoch ansetzen, sonst friert die Kampagne ein.
  • „Klicks maximieren" – nur als Übergangslösung, wenn Tracking noch nicht steht. Sobald saubere Conversion-Daten da sind, umstellen.

Heißt für dich: Smart Bidding ist heute nicht mehr optional. Die Algorithmen sind den manuellen Gebotsstrategien in den allermeisten Konten klar überlegen – vorausgesetzt, du fütterst sie mit sauberen Conversion-Daten.

Schritt 6: Anzeigentexte, Assets und Standortausrichtung

Beim Anzeigentext gilt: aktiv, nutzenorientiert, konkrete Vorteile für den Suchenden. Keine leeren Claims, keine reinen Eigenschaftsbeschreibungen. Was hat der Nutzer davon, wenn er klickt?

Pflicht sind außerdem deine Assets (früher Anzeigenerweiterungen): Sitelinks, Snippets, Anruferweiterungen, Standorterweiterungen, Bilder. Sie machen deine Anzeige sichtbarer, klickstärker und beeinflussen den Qualitätsfaktor positiv. Konten ohne saubere Assets verschenken bares Geld.

Eine Sache, die viele übersehen: die Standortausrichtung. In den Kampagnen-Einstellungen steht standardmäßig „Anwesenheit oder Interesse". Heißt: Deine Anzeigen werden auch Nutzern in anderen Ländern ausgespielt, wenn sie nur Interesse an deiner Region zeigen. Wenn du regional arbeitest, stell das auf „Anwesenheit" um. Sonst zahlst du Klicks aus Märkten, die du gar nicht bedienen willst.

Auf unserem YouTube-Kanal findest du verschiedene Videos mit Anleitungen, wie du deine Kampagne im Detail anlegst. Ein kompaktes Video zu Anzeigentexten findest du hier.

Schritt 7: Lernphase und erste Optimierungen

Nach dem Start brauchst du Geduld. Die ersten ein bis zwei Wochen ist Google in der Lernphase und der Algorithmus testet, woher die besten Klicks kommen. In dieser Zeit gilt: Hände weg von wilden Änderungen.

Was du sinnvoll tun kannst:

  • tägliche Suchbegriffsanalyse (welche Suchanfragen lösen deine Anzeigen aus?) und Negative Keywords ergänzen
  • Anzeigen mit niedriger Anzeigenstärke nachschärfen
  • offensichtliche Müll-Suchbegriffe sofort ausschließen

Was du nicht tun solltest:

  • Tagesbudget täglich ändern
  • Gebotsstrategie wechseln, bevor mindestens zehn Conversions gemessen wurden
  • Keywords pausieren nach drei Tagen ohne Conversion

Nach rund zwei Wochen mit ausreichend Conversions kannst du schrittweise auf „Conversionwert maximieren" oder eine Ziel-ROAS-Strategie umstellen. Lass das mindestens eine bis zwei weitere Wochen laufen, bevor du das nächste Mal eingreifst.

Schritt 8: Skalieren, wenn die Kampagne läuft

Wenn deine Kampagne profitabel läuft (Ziel-CPA oder Ziel-ROAS werden erreicht), kannst du das Budget Stück für Stück erhöhen. Nicht von 50 auf 500 Euro über Nacht – sonst gerät der Algorithmus aus dem Tritt. Eher in Schritten von 20 bis 30 Prozent pro Woche.

Wenn deine Kampagne ihr Ziel sauber erreicht, kannst du das Budget grundsätzlich öffnen, solange dein ROAS oder CPA stimmt. Voraussetzung: Du kannst die zusätzlichen Verkäufe oder Anfragen operativ auch abarbeiten. Bei vielen unserer Kunden läuft pro Tag so viel Budget, wie Google auf den profitablen Keywords ausgeben kann.

Beim Ziel-ROAS gilt eine Regel, die viele falsch machen: Setze ihn nicht zu früh und nicht zu hoch. Wir sehen oft, dass Werbetreibende mit einem viel zu ambitionierten Ziel-ROAS starten und dann wundern sie sich, warum die Kampagne plötzlich kaum noch ausspielt. Der Algorithmus hat einfach kapituliert, weil das Ziel unrealistisch ist. Erhöhe in Schritten von zehn bis zwanzig Prozent.

Die häufigsten Fehler beim Kampagnenstart

Was wir in fast jedem neuen Konto sehen, das wir übernehmen:

  • Conversion Tracking fehlt oder misst die falschen Aktionen
  • Consent Mode v2 ist nicht aktiv – Datenverlust schon vor dem Start
  • Budget wird auf zu viele Kampagnen verteilt
  • Negative Keywords werden vergessen
  • Standortausrichtung steht auf „Anwesenheit oder Interesse" – Geld fließt ins Ausland
  • Brand- und Generic-Suchen laufen in einer Kampagne, was die Auswertung unmöglich macht
  • Anzeigentexte beschreiben die eigene Firma, statt den Nutzen für den Suchenden
  • Zu wenig Geduld in der Lernphase – ständige Eingriffe, Algorithmus kommt nie zur Ruhe

Fazit: Saubere Basis schlägt jede Optimierung

Eine erfolgreiche Google Ads Kampagne entsteht nicht durch Tricks oder den einen geheimen Hebel. Sie entsteht durch eine saubere Grundlage: klares Ziel, sauberes Tracking, sinnvoller Kampagnentyp, fokussiertes Budget, passende Gebotsstrategie und genug Geduld in der Lernphase.

Wenn du diese Basis legst, kannst du dein Budget Stück für Stück erhöhen und deine Kampagnen werden über die Zeit immer profitabler. Wenn die Basis nicht stimmt, optimierst du an Symptomen und das Konto wird nie wirklich rund laufen.

Wir schauen uns dein Setup gemeinsam an

Du willst eine neue Kampagne starten und dir vorher von jemandem ehrlich sagen lassen, ob dein Setup wirklich tragfähig ist? Oder du hast bereits Kampagnen am Laufen und merkst, dass du auf der Stelle trittst?

Im kostenlosen Strategiegespräch besprechen wir, wo du gerade stehst, was bei deinem Geschäftsmodell wirklich Sinn ergibt und welche Stellschrauben den größten Hebel haben – inklusive der Verzahnung mit Meta Ads, KI und Automatisierung.

Du bekommst mindestens einen konkreten Tipp aus dem Gespräch, ohne dass du auch nur einen Cent zahlst. Und wenn dein Setup besser läuft, als du denkst, sagen wir dir das ehrlich – statt dir etwas zu verkaufen, was du nicht brauchst.

Hier kannst du dir direkt einen Termin in unserem Kalender buchen. Du bekommst sofort eine Bestätigung mit weiteren Infos zum Ablauf.

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