Kurzantwort vorab: Performance Max (PMax) ist keine „Einschalten und laufen lassen"-Kampagne, sondern ein Verstärker. Sie verstärkt gute Grundlagen – und genauso zuverlässig auch schlechte. Damit PMax in einem KMU wirklich funktioniert, brauchst du drei Voraussetzungen: sauberes Conversion-Tracking, ausreichendes Conversion-Volumen (mindestens 20, besser 50 pro Monat) und die richtigen primären Conversion-Ziele. Fehlt eine dieser Grundlagen, optimiert Googles Automatisierung zuverlässig – aber am Geschäftsziel vorbei.
Performance Max klingt nach „einmal einschalten und Google liefert". Genau so wird in vielen KMU budgetiert – und genau so wird in vielen Konten Geld verbrannt. Nicht, weil PMax grundsätzlich schlecht wäre, sondern weil du bei dieser Kampagnenart extrem viel Kontrolle abgibst. Wenn Tracking, Datenbasis und Ziel-Setup nicht sauber sind, optimiert Googles Automatisierung zuverlässig – nur eben auf das Falsche.
PMax ist ein Verstärker. Es verstärkt gute Grundlagen, und es verstärkt schlechte Grundlagen. Deshalb brauchst du vor dem Start drei Dinge, die in der Praxis fast nie erfüllt sind.
Performance Max ist eine vollautomatisierte Google-Ads-Kampagne, die über mehrere Google-Kanäle gleichzeitig ausspielt – Suche, YouTube, Display, Gmail, Maps und Discover. Du lieferst Creatives (Texte, Bilder, optional Videos) und ein Optimierungsziel, zum Beispiel „Conversions maximieren" oder „Conversion-Wert maximieren". Den Rest entscheidet Google.
Warum das relevant ist: In klassischen Suchkampagnen steuerst du sehr direkt über Keywords, Anzeigentexte, Ausschlüsse und Ausspielung. In PMax gibst du diese Steuerung zu großen Teilen ab. Das kann stark sein, wenn die Maschine genug richtige Signale bekommt. Wenn nicht, wirkt es im Konto oft „grün", während der Effekt im Vertrieb ausbleibt.
„Du gibst mit PMax extrem viel Kontrolle ab. Sinnvoll ist das nur, wenn die Grundlagen stimmen." – Christoph Mohr
PMax wird häufig als Standardlösung aufgesetzt, weil es modern klingt (Automatisierung, KI) und Google diese Kampagnenart sehr offensiv empfiehlt. Das führt zu einem gefährlichen Muster: Kampagne läuft, Zahlen sehen gut aus, aber neue Kunden kommen nicht entsprechend rein. Der Blick ins Konto beruhigt – der Blick in die Vertriebspipeline widerspricht.
Es gibt drei Grundlagen, ohne die PMax tendenziell zum Ratespiel wird. Das sind keine „Nice-to-haves". Das sind Startbedingungen.
Conversion-Tracking bedeutet: Du misst in Google Ads zuverlässig, wenn dein wichtigstes Ziel passiert – zum Beispiel ein Kauf im Shop oder eine Terminbuchung. Wenn du nur einen Teil der echten Abschlüsse zurückmeldest, optimiert Google auf „einen Teil der Wahrheit". Und dann kann die Kampagne sogar effizient wirken, während sie am eigentlichen Geschäftsziel vorbeiläuft.
„Wenn nur ein Bruchteil von dem, was in deinem Shop bestellt wird, an Google zurückgemeldet wird, optimiert Google auf nur diesen Teil der Wahrheit." – Christoph Mohr
Praxis-Check für dich:
Automatisierung braucht Daten. Als Richtwert: Du solltest pro Monat mindestens 20 Conversions sehen, besser 50, damit Google sinnvoll optimieren kann. Darunter wird es häufig zum Glücksspiel, weil das System zu wenig Signale hat, um Muster zu erkennen.
Wichtig: Es zählt nur, was als primäre Conversion in der Conversion-Spalte ankommt. Sekundäre Ziele helfen PMax für die Optimierung in der Regel nicht.
Wenn dein KMU pro Monat 5 bis 10 Anfragen erhält, ist PMax mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der richtige Startpunkt – auch wenn Google es dir vorschlägt.
In Google Ads kannst du Conversion-Aktionen als primär oder sekundär markieren. Primär heißt: Darauf optimiert die Kampagne. Sekundär heißt: Wird zwar erfasst, ist aber nicht das Optimierungsziel.
Der häufige Fehler: Die wichtigen Conversions sind im Konto vorhanden, aber als sekundär markiert. Ergebnis: PMax optimiert an ihnen vorbei.
„Diese Kampagne optimiert nicht auf sekundäre Conversions – sondern nur auf das, was wirklich in der Conversion-Spalte ankommt." – Christoph Mohr
Ein hilfreiches Modell aus der Praxis ist ein Treppenstufenmodell: Du misst mehrere Stufen (zum Beispiel Terminvereinbarung, später Abschluss) und arbeitest mit Conversion-Werten, damit Google auf „Conversion-Wert maximieren" optimieren kann. Dafür musst du die Daten aber sauber zurückspielen – etwa über Enhanced Conversions oder Offline-Conversion-Import.
Remarketing bedeutet: Du sprichst Menschen erneut an, die schon Kontakt mit dir hatten – zum Beispiel Website-Besucher. Viele bauen in PMax Asset-Gruppen mit Namen wie „Remarketing" oder „Retargeting" und gehen davon aus, dass diese Gruppe dann auch nur an diese Zielgruppe ausgespielt wird.
In PMax funktionieren Zielgruppen in Asset-Gruppen jedoch eher als Signale: Du gibst Google einen Startpunkt, aber keine harte Begrenzung. Wenn Google außerhalb dieser Signale bessere Conversions findet, schwenkt das System um.
„Asset-Gruppen funktionieren nicht wie klassische Zielgruppen. Das sind nur Signale für Google." – Christoph Mohr
Was du daraus ableiten solltest:
PMax geht gern auf das, wo Conversions am leichtesten zu holen sind. In vielen Konten sind das Markenbegriffe – dein Firmenname, Produktname oder persönlicher Name. Wenn du Markenbegriffe nicht ausschließt, kann ein großer Teil der Conversions darüber kommen. Das ist nicht automatisch falsch, aber es verfälscht die Performance-Bewertung massiv, weil du dann oft Nachfrage einsammelst, die du auch ohne PMax bekommen hättest.
Der typische Effekt: Werbetreibende sehen, dass PMax „viel besser" läuft als eine frühere generische Suchkampagne – und vergessen dabei, dass die generische Kampagne keine Markenbegriffe abgedeckt hat.
Wenn du also mehr Budget gibst, im Konto tolle Werte siehst, aber „nicht wirklich einen Effekt spürst" bei neuen Kunden – kann das ein Hauptgrund sein.
Auch bei PMax gilt: Du musst prüfen, woher Klicks und Conversions kommen – und Irrelevantes ausschließen.
Das musst du aktiv auswerten und dann ausschließen – sonst bezahlst du für Aktivität statt für Ergebnis.
PMax ist keine Wunderlösung. In vielen KMU-Setups sind klassische Kampagnenarten zuerst die bessere Wahl, weil du sie transparenter steuern und auswerten kannst.
Manchmal reichen 20 ausgewählte, sehr starke Keywords mehr als 2.000 generische, die am Ende weit weg von deinem Angebot führen.
Du brauchst kein Audit-Tool. Geh strukturiert durch diese sechs Punkte:
PMax lohnt sich frühestens ab 20 primären Conversions pro Monat, sinnvoll wird es meist erst ab 50. Darunter fehlt Google die Datenbasis, um sinnvoll zu optimieren – und PMax wird zum Glücksspiel. Wenn du weniger Conversions hast, sind klassische Suchkampagnen mit engen Keywords fast immer die bessere Wahl.
Die häufigste Ursache: PMax hat sich auf Markenbegriffe verlagert und erntet Nachfrage, die auch ohne die Kampagne entstanden wäre. Prüfe den Suchbegriff-Bericht und schließe deinen Firmen- und Produktnamen konsequent aus. Zweite Ursache: Dein Conversion-Tracking misst zu weiche Ziele – zum Beispiel Seitenaufrufe statt echter Anfragen.
Ja. In den Kampagneneinstellungen kannst du unter „auszuschließende Keywords" Markenbegriffe hinterlegen. Google hat diese Funktion 2023 auf Kampagnenebene freigegeben – vorher ging das nur über den Support. Nutze diese Möglichkeit konsequent, sonst verzerrt PMax deine Performance-Bewertung.
Primäre Conversions sind die Ziele, auf die deine Kampagne optimiert – sie stehen in der Hauptspalte „Conversions". Sekundäre Conversions werden nur erfasst, aber nicht für die Optimierung genutzt. In PMax ist diese Unterscheidung entscheidend: Wenn deine wichtigsten Ziele als sekundär markiert sind, optimiert die Kampagne komplett an ihnen vorbei.
In den meisten KMU-Konten: Nein. Mehrere PMax-Kampagnen konkurrieren um dieselben Signale und verwässern die Datenbasis. Besser ist eine gut strukturierte PMax-Kampagne mit klaren Asset-Gruppen – oder gleich der Verzicht auf PMax zugunsten transparenterer Kampagnentypen.
Wenn du willst, schauen wir gemeinsam auf dein Google-Ads-Konto und klären, ob PMax bei dir gerade skaliert – oder still und leise Budget verbrennt.
Unverbindliches Strategiegespräch vereinbaren: https://www.christoph-mohr.de/kontakt/
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