Spätestens wenn man sich die grundlegenden Kennzahlen in Google Ads anschaut, taucht fast immer dieselbe Frage auf: Was ist eigentlich ein guter Wert?
Die ehrliche Antwort lautet wie so oft: Es kommt darauf an. Trotzdem gibt es sinnvolle Orientierungen, mit denen du deine Kampagnen deutlich besser einschätzen kannst.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du CTR, Conversion-Rate und CPA realistisch bewertest, warum pauschale Durchschnittswerte oft wenig helfen und weshalb die Klickrate heute zwar weiterhin wichtig ist, aber nicht mehr isoliert betrachtet werden sollte.
Fangen wir mit der CTR an. Die Klickrate zeigt dir, wie viele Nutzer nach einer Impression tatsächlich auf deine Anzeige klicken.
CTR = Klicks / Impressionen x 100
Die CTR ist also ein erster Hinweis darauf, wie relevant deine Anzeige für die jeweilige Suchanfrage ist. Sie ist nicht die ganze Wahrheit, aber sie ist auch längst nicht unwichtig geworden.
Google selbst bewertet eine hohe CTR weiterhin als Zeichen dafür, dass Nutzer deine Anzeige als hilfreich und relevant empfinden. Gleichzeitig ist die erwartete CTR nach wie vor ein Bestandteil der Anzeigenqualität. Genau deshalb solltest du die CTR nicht ignorieren.
Was allerdings nicht funktioniert: eine starre Aussage wie „ab 1 Prozent ist alles gut“ auf jedes Konto zu übertragen.
Ob eine CTR gut ist, hängt extrem stark vom Suchtyp ab.
Genau deshalb bringen pauschale Branchenwerte meist nur begrenzt etwas. Eine CTR von 3 Prozent kann in einem generischen Umfeld ordentlich sein, bei einer starken Markenanfrage aber klar zu niedrig.
Wenn du eine grobe Orientierung suchst, dann kannst du dir diese Faustregel merken:
Aus meiner Sicht ist aber viel wichtiger, wie sich deine CTR im eigenen Konto entwickelt. Deine historische Entwicklung ist meist aussagekräftiger als irgendein pauschaler Durchschnittswert aus dem Internet.
Früher wurde die CTR oft fast wie die zentrale Währung im Suchnetzwerk behandelt. Heute ist das zu kurz gedacht.
Ja, eine gute CTR ist weiterhin ein positives Signal. Aber eine hohe Klickrate bringt dir wenig, wenn die Nutzer danach nicht konvertieren, sofort abspringen oder für dich wirtschaftlich keinen Wert haben.
Gerade in Zeiten von Smart Bidding wird die Entscheidung im einzelnen Auktionsmoment auf Basis vieler Signale getroffen. Dazu gehören unter anderem Suchkontext, Gerät, Standort, Zeitpunkt und weitere Signale rund um die Conversion-Wahrscheinlichkeit. Das heißt nicht, dass die CTR egal ist. Es heißt nur: Sie ist nicht mehr die einzige Metrik, auf die du starren solltest.
Hier ist eine wichtige Differenzierung nötig: Der Qualitätsfaktor in Google Ads ist heute vor allem ein Diagnosewert auf Keyword-Ebene. Er hilft dir zu verstehen, wie Google deine Anzeigenqualität im Vergleich zu anderen Werbetreibenden einschätzt.
Der Qualitätsfaktor selbst ist also keine Kennzahl, die du als Zielgröße optimieren solltest. Relevant sind vielmehr die drei zugrunde liegenden Komponenten:
Heißt übersetzt: Die CTR spielt weiter eine Rolle, aber immer im Zusammenspiel mit Relevanz und Zielseite.
Ein häufiger Denkfehler: Viele schauen auf die CTR einer Suchkampagne und bewerten sie als Ganzes, ohne nach Netzwerk zu unterscheiden.
Das Problem dabei: Suchnetzwerk-Partner können die Durchschnittswerte optisch deutlich nach unten ziehen. Die CTR auf Partnerseiten liegt oft unter der der klassischen Google-Suche. Für die Einordnung deiner Suchkampagne solltest du deshalb sauber segmentieren.
Nutze dafür die Segmentierung nach Netzwerk. Dann siehst du getrennt, wie deine Kampagne in der Google-Suche und bei Suchnetzwerk-Partnern performt.
Wichtig dabei: Die CTR auf Suchnetzwerk-Partnern beeinflusst den Qualitätsfaktor auf Google nicht. Wenn du also die eigentliche Anzeigenqualität in der Google-Suche beurteilen willst, ist die Google-Suche selbst die entscheidende Referenz.
Die Klickrate steigt nicht durch einen Trick, sondern durch bessere Relevanz. Die wichtigsten Hebel sind:
Die Conversion-Rate ist die nächste Stufe nach dem Klick. Sie zeigt dir, wie viele der Nutzer, die auf deine Anzeige geklickt haben, am Ende die gewünschte Aktion ausführen.
Conversion-Rate = Conversions / Klicks x 100
Auch hier gilt: Ein pauschaler Durchschnittswert hilft nur bedingt. Denn die Conversion-Rate hängt extrem stark davon ab, was du überhaupt als Conversion misst.
Ein Newsletter-Opt-in, ein Kontaktformular, ein Rückrufwunsch, ein Shop-Kauf oder eine Terminbuchung sind komplett unterschiedliche Hürden. Entsprechend unterschiedlich sind auch die realistischen Conversion-Raten.
Wenn du also einfach fragst „Ist 1 Prozent gut?“, dann lautet die Antwort wieder: Es kommt darauf an. Für einen Shop-Kauf kann das ein absolut brauchbarer Wert sein. Für eine einfache Newsletter-Anmeldung wäre es meist eher schwach.
Der CPA beantwortet die wirtschaftlichere Frage: Was kostet dich eine Conversion?
CPA = Kosten / Conversions
Auch hier gibt es keinen allgemeinen Idealwert. Ein guter CPA hängt immer davon ab, was dir die jeweilige Conversion wert ist.
Ein Lead für einen Newsletter darf natürlich deutlich weniger kosten als ein hochwertiger B2B-Kontakt. Eine Shop-Bestellung musst du anders bewerten als eine Probefahrt-Anfrage oder einen Abschluss im Versicherungsbereich.
Deshalb ergibt die Frage „Ist ein CPA von 20 Euro gut?“ nur dann Sinn, wenn du auch den Wert dieser Conversion kennst.
Statt nach einem allgemeinen Durchschnittswert zu suchen, solltest du dir diese Fragen stellen:
Gerade im Leadgeschäft ist der sichtbare CPA oft nur die halbe Wahrheit. Ein günstiger Lead bringt dir wenig, wenn daraus kaum Umsatz entsteht. Ein etwas teurerer Lead kann dagegen sehr gut sein, wenn die Abschlussquote stimmt.
Im E-Commerce wird häufig nicht nur der CPA betrachtet, sondern stärker der ROAS, also der Return on Advertising Spend.
Der Grund ist einfach: Bei Shops zählen nicht nur Conversions, sondern auch deren Wert. Ein Shop mit niedriger Marge braucht einen anderen Ziel-ROAS als ein Shop mit hoher Marge. Deshalb bringt dir auch hier kein pauschaler Benchmark wirklich etwas, wenn du die Wirtschaftlichkeit deines Modells nicht kennst.
Die CTR ist weiterhin nützlich. Sie zeigt dir, ob deine Anzeige Aufmerksamkeit erzeugt und grundsätzlich zur Suchanfrage passt. Aber sie ist heute eben nur ein Teil des Bildes.
Wenn du mit Smart Bidding arbeitest, bewertet Google jede einzelne Auktion anhand vieler kontextbezogener Signale und optimiert auf Conversion- oder Conversion-Wert-Ziele. Dadurch wird die Frage wichtiger, welche Klicks wertvoll sind – nicht nur, wie viele Klicks du bekommst.
Anders gesagt: Eine Anzeige mit etwas niedrigerer CTR kann für dich wirtschaftlich deutlich besser sein, wenn sie die hochwertigeren Nutzer anzieht. Genau deshalb solltest du CTR immer zusammen mit Conversion-Rate, CPA, ROAS und Suchanfrage-Qualität betrachten.
Übrigens: In unserem Google Ads Videokurs behandle ich sehr detailliert Optimierungsmöglichkeiten rund um Klickraten, Conversions und Kampagnenstruktur.
Was eine gute CTR, Conversion-Rate oder ein guter CPA ist, lässt sich nicht sinnvoll mit einer einzigen Zahl beantworten. Dafür sind Suchintention, Wettbewerb, Marke, Angebot, Conversion-Typ und Marge einfach zu unterschiedlich.
Wenn du dennoch eine sinnvolle Praxisregel suchst, dann diese: Nutze Durchschnittswerte höchstens als grobe Orientierung – und bewerte dein Konto vor allem im Kontext deines eigenen Ziels.
Bei der CTR heißt das: Brand und generische Suchanfragen sauber trennen, Suchnetzwerk-Partner separat betrachten und Relevanz konsequent verbessern. Bei der Conversion-Rate heißt es: immer die Hürde der Aktion mitdenken. Und beim CPA zählt am Ende nicht der absolute Wert, sondern ob sich die Conversion für dich wirtschaftlich rechnet.
Mein Tipp: Definiere zuerst deine echten Ziele, baue eine saubere Kampagnenstruktur, arbeite mit relevanten Anzeigen und Assets und optimiere dann konsequent auf die Kennzahlen, die für dein Geschäft wirklich zählen.
In meinem Videokurs zu Google Ads lernst du unter anderem, wie du deine CTR verbessern, Suchkampagnen sauber strukturieren und Kampagnen stärker auf profitable Conversions ausrichten kannst.
Weitere Infos findest du unter https://www.christoph-mohr.com/google-ads-videokurs/
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Danke jedenfalls, für deine genaue Ausführung hier.
LG Patrick
Hat mir sehr geholfen, Vielen Dank
ja das stimmt. Dabei aber aufpassen was für Zeichen und wie oft man diese nutzt. Standardmäßig ist ja ein Ausrufe- und ein Fragezeichen für die gesamte Anzeige erlaubt und funktionieren auch gut.
Zeichen und Sondersymbole sind eigentlich nicht zulässig, wenn du das verwendest nutze immer ein Fallback im Falle der Anzeigenablehnung.
VG
Christoph
ich verwende Zeichen so gut wie gar nicht. Nur die erlaubten Satzzeichen wie Ausrufe- und Fragezeichen.
Damit kannst du schon sehr gute Klickraten erreichen. Und letztendlich ist wichtiger, ob deine Klicks einen Wert bringen und konvertieren - nicht noch 0,5% an CTR herausholen. Außer du siehst, dass Google deine "erwartete CTR" als unterdurchschnittlich bewertet.
VG
Christoph
Was denkst du?