Du hast Websitebesucher, Warenkorb-Abbrecher oder angefangene Terminbuchungen – aber in Google Ads konntest du sie in der Suche bisher kaum sinnvoll nutzen, weil deine Zielgruppe „zu klein“ war. Ergebnis: Du schaltest Suchanzeigen für alle, zahlst für kalte Klicks und lässt genau die kaufbereiten Nutzer liegen, die dich schon kennen.
2026 kippt Google genau diese Hürde. Und wenn du das sauber aufsetzt, wird „warm“ in der Suche plötzlich skalierbar – auch für KMU mit überschaubarem Traffic.
Warum das so viel verändert? Weil du früher und gezielter auf die Nutzer gehen kannst, die am ehesten konvertieren.
Bisher war das Spiel in der Google-Suche für viele Unternehmen frustrierend: Remarketing-Listen waren zwar vorhanden, aber in Suchkampagnen konntest du sie oft nicht aktiv einsetzen – weil Google 1.000 Nutzer als Minimum verlangt hat. Für viele KMU ist das in 540 Tagen Listenlaufzeit schlicht nicht erreichbar, vor allem bei spezialisierten Angeboten, regionalen Märkten oder hochqualifizierten Leads.
Genau hier setzt das Update an:
„Das hat Google jetzt gesenkt auf hundert Nutzer.“ – Christoph Mohr, Master of Scaling
Der Hebel ist klar: Du kannst eine Suchkampagne gezielt auf Menschen ausspielen, die schon ein klares Signal gegeben haben – zum Beispiel:
Warum gerade Abbrecher-Listen so stark sind, erklärt Christoph so:
„Alle, die eine Bestellung abbrechen – das ist eine der wertvollsten und konvertierendsten Zielgruppen, die man im E-Commerce überhaupt haben kann.“
Strategisch ist das deshalb so wichtig: Suchtraffic wird in vielen Konten teurer, sobald du in generische Keywords gehst. Wenn du aber weißt, dass die Person dich schon kennt, kannst du deutlich entschlossener bieten – ohne blind Budget zu verbrennen.
„Dann kannst du sehr aggressiv nochmal mit einer Gebotsstrategie diesen Nutzern deine Anzeige stark präsentieren.“
Bevor du loslegst und dich wunderst, warum eine Liste trotzdem nicht läuft: Google meint nicht „irgendwann mal 100 gesammelt“. Es geht um aktuelle Aktivität.
„Diese hundert Nutzer müssen auch aktiv in den letzten dreißig Tagen gewesen sein.“
Und Google definiert „aktiv“ nicht identisch mit dem, was du aus Analytics kennst:
„Aktive Nutzer ist die Anzahl der Nutzer, die mit ihrer Website oder App interagiert haben.“
Für die Praxis heißt das: Du musst direkt in Google Ads prüfen, ob die Liste die Schwelle wirklich erreicht – statt dich auf GA4-Zahlen zu verlassen. Abweichungen zwischen Analytics und Google Ads sind laut Christoph völlig normal.
Der größte Fehler wäre: Zielgruppen einfach überall hinzufügen und hoffen, dass es besser wird. Du brauchst eine bewusste Entscheidung, wie du Zielgruppen in Suchkampagnen einsetzt. Zwei saubere Ansätze:
Du baust eine eigene Kampagne, die ausschließlich auf die Liste ausspielt (z. B. Warenkorb-Abbrecher). Vorteil: Budget, Gebote, Anzeigentexte und Keywords laufen getrennt vom „kalten“ Suchtraffic – maximale Kontrolle.
Die Kampagne läuft normal, du sammelst aber Daten darüber, wie sich die Zielgruppe verhält. Geeignet, wenn du erst sehen willst, ob die Liste groß genug ist und ob die Conversion Rate wirklich deutlich höher liegt.
Wichtig bei Option 1: Du brauchst trotzdem sinnvolle Keywords. Der Vorteil ist, dass du bei generischen Begriffen bieten kannst – aber eben nur an warme Nutzer auslieferst.
Viele Konten haben irgendwo Zielgruppen hinterlegt, die früher „zu klein“ waren und deshalb keine Auswirkung hatten. Mit der neuen Schwelle können diese Listen plötzlich aktiv werden – und deine Performance verändern, ohne dass du es merkst.
„Früher hat das nichts ausgemacht… Wenn aber jetzt dieser Schwellenwert so stark gesenkt wird, dann würde deine Liste mit zweihundert Nutzern ausreichen, damit die auch aktiv wird in der Kampagne.“
Das kann positiv sein – muss es aber nicht:
„Prüfe bitte, ob du die wirklich noch haben möchtest, weil die kann jetzt genau aktiv werden und deine Kampagnen-Performance beeinflussen – entweder positiv oder durchaus negativ.“
Das ist keine Kosmetik. Das ist Kontenhygiene, die 2026 direkt Geld sparen oder Geld kosten kann.
Viele Shops optimieren Shopping-Kampagnen immer noch auf Umsatz-ROAS. Das Problem: Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Wenn deine Produkte sehr unterschiedliche Margen haben, kann eine scheinbar „gute“ ROAS-Kampagne am Ende trotzdem wenig Profit bringen – weil Google ausgerechnet die Artikel pusht, die zwar Umsatz machen, aber kaum Marge haben.
Google hat dafür ein wichtiges Puzzleteil erweitert: das Attribut „Selbstkosten“ im Merchant Center Feed.
„Du kannst einen Währungswert übergeben für jeden einzelnen Artikel und sagen: Was kostet mich dieses Produkt im Einkauf?“
Wenn du diese Daten übergibst und dein Conversion-Tracking die Warenkorbdaten nutzt, kann Google aus Umsatz minus Selbstkosten eine Marge ableiten – und darauf optimieren:
„Google kann dann ausrechnen, was die Marge ist. Wirklich auf den Gewinn bezogen auf deine Werbekosten.“
Das Schlagwort dafür: Profit on Ad Spend (POAS) statt Revenue on Ad Spend (ROAS). Klingt ähnlich – ist aber ein grundlegend anderes Optimierungsziel.
Wenn du ein kleines Sortiment mit ähnlichen Margen führst, ist der Hebel begrenzt. Bei vielen Produkten mit stark variierenden Margen wird es schnell ein echter Wettbewerbsvorteil:
„Gerade wenn du ein sehr großes Sortiment hast und sich die Margen pro Produkt sehr stark unterscheiden, kannst du damit wirklich richtig was heben.“
Christoph macht klar: Technisch ist das Thema aktuell nicht trivial, und die spezifische Profit-Gebotsstrategie ist in Deutschland noch nicht verfügbar.
Der pragmatische Workaround: Statt des Bestellumsatzes übergibst du Google Ads nur den Gewinn als Conversion Value – also bereits bereinigt um Einkaufskosten.
„Du kannst es aber auch jetzt schon umsetzen, wenn du einfach statt dem normalen Bestellumsatz nur der Gewinn an Google Ads übergeben wird.“
Das ist nicht für jeden Shop sofort umsetzbar – Steuern, Versand, Retouren und variable Kosten machen es komplex. Aber die Richtung ist klar: Wer 2026 weiter rein auf Umsatz optimiert, wird in vielen Märkten zu teuer einkaufen.
Google gibt dir 2026 mehr Stellschrauben, um warme Nutzer früher zu monetarisieren und Shopping stärker auf Profit auszurichten. Beides wirkt direkt auf deinen ROI – wenn du es sauber aufsetzt.
Deine nächsten Schritte:
Wenn du dabei Unterstützung willst – beim sauberen Zielgruppen-Setup in der Suche oder beim Profit-Tracking in Shopping: Stell dein Marketing auf den Prüfstand.
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