Google Ads Remarketing Kampagnen auch ohne Cookie (Pixel)

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Datenschutz, Consent-Banner und strengere Anforderungen an personalisierte Werbung haben das klassische Remarketing deutlich anspruchsvoller gemacht.

Trotzdem heißt das nicht, dass du in Google Ads auf wirksame Zielgruppen komplett verzichten musst. Du musst nur sauber unterscheiden, welche Form von Remarketing oder Zielgruppenansprache heute wirklich gemeint ist.

Denn vieles, was früher pauschal als „Remarketing ohne Cookies“ beschrieben wurde, ist in der Praxis entweder kein echtes Remarketing mehr oder funktioniert heute nur unter bestimmten technischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen.

In diesem Artikel zeige ich dir deshalb die saubere Einordnung: Was klassisches Remarketing heute braucht, welche Alternativen es gibt und wie du auch ohne klassisches Website-Remarketing weiterhin starke Zielgruppen in Google Ads aufbauen kannst.

Wie funktioniert klassisches Remarketing heute?

Klassisches Website-Remarketing basiert darauf, dass Nutzer deine Website bereits besucht haben und du daraus eine Zielgruppe aufbaust, die du später erneut ansprechen kannst.

Dafür brauchst du in der Regel eine funktionierende Datenquelle über den Google-Tag oder über GA4-Zielgruppen, die an Google Ads übergeben werden. Ohne diese Datengrundlage entstehen keine sauberen Listen.

Wichtig ist dabei: Wenn du Website-Remarketing nutzen willst, brauchst du nicht nur das technische Setup, sondern auch eine saubere Consent-Logik. Denn ohne nutzbare Signale baust du diese Listen heute nicht mehr verlässlich auf.

Wenn du tiefer in die allgemeinen Grundlagen zum Thema einsteigen möchtest, findest du hier weitere Infos zum Google Ads Remarketing.

Wichtiger Unterschied: Nicht alles ist Remarketing

Viele werfen heute unterschiedliche Zielgruppenarten in einen Topf. Genau das führt oft zu falschen Erwartungen.

Du solltest drei Dinge sauber trennen:

  • Website-Remarketing: Du sprichst frühere Besucher deiner eigenen Website erneut an.
  • Customer Match: Du nutzt eigene Kundendaten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern.
  • Benutzerdefinierte Segmente: Du definierst Zielgruppen anhand von Keywords, URLs oder Apps, die zu deinem Markt passen.

Nur der erste Punkt ist echtes klassisches Website-Remarketing. Die anderen beiden Wege können sehr stark sein, sind aber strategisch etwas anderes.

Wann klassisches Website-Remarketing weiterhin sinnvoll ist

Wenn du technisch sauber aufgestellt bist, bleibt klassisches Website-Remarketing weiterhin einer der stärksten Hebel in Google Ads.

Das gilt vor allem dann, wenn du Nutzer mit klar erkennbarem Interesse erneut ansprechen willst, zum Beispiel:

  • Warenkorb-Abbrecher
  • Besucher bestimmter Leistungsseiten
  • Nutzer mit hoher Interaktion
  • wiederkehrende Besucher ohne Conversion
  • Bestandskunden mit passender Nachkauf-Logik

Gerade über GA4-Zielgruppen kannst du solche Zielgruppen heute sehr präzise definieren und an Google Ads weitergeben.

Wichtiger Hinweis zur Mindestgröße in der Google Suche

Für viele kleinere Konten war Remarketing in der Google Suche früher oft daran gescheitert, dass die Listen zu klein waren.

Heute ist das deutlich entspannter: Für die Google Suche reichen bereits 100 aktive Nutzer in den letzten 30 Tagen, damit ein eigenes Datensegment grundsätzlich nutzbar sein kann. Das gilt inzwischen auch für Customer Lists in der Suche.

Genau das macht Remarketing und Customer Match auch für kleinere und mittlere Konten deutlich interessanter als früher.

Wenn klassisches Website-Remarketing nicht sauber geht

Wenn du kein nutzbares Website-Remarketing aufbauen kannst oder willst, bleiben dir in Google Ads vor allem zwei starke Alternativen: Customer Match und benutzerdefinierte Segmente.

Beide Wege haben ihre Berechtigung. Du solltest nur nicht erwarten, dass sie exakt dasselbe leisten wie klassisches Website-Remarketing.

Alternative 1: Customer Match mit eigenen Kundendaten

Die stärkste Alternative zu klassischem Website-Remarketing ist heute meist Customer Match.

Dabei nutzt du deine eigenen First-Party-Daten, also zum Beispiel E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder CRM-Daten, um Zielgruppen in Google Ads aufzubauen. Das kann besonders stark sein, wenn du bereits eine gute Datenbasis hast und nicht nur Website-Besucher, sondern echte Kontakte oder Kunden erneut ansprechen möchtest.

Typische Anwendungsfälle sind:

  • bestehende Kunden erneut ansprechen
  • inaktive Kunden reaktivieren
  • Newsletter-Abonnenten gezielt bewerben
  • hochwertige Leads aus dem CRM nachfassen
  • Bestandskunden von Neukundenkampagnen ausschließen

Gerade im B2B oder bei erklärungsbedürftigen Angeboten ist Customer Match oft deutlich wertvoller als breit gestreutes Website-Remarketing.

So nutzt du Customer Match sinnvoll

  • Segmentiere deine Listen sauber statt einfach alle Kontakte in einen Topf zu werfen.
  • Unterscheide zum Beispiel nach Leads, Käufern, Bestandskunden oder Newsletter-Lesern.
  • Nutze die Listen nicht nur für Ansprache, sondern auch für Ausschlüsse.
  • Halte die Listen aktuell, damit sie nicht an Relevanz verlieren.

Wichtig ist auch: Die eigentliche Stärke von Customer Match liegt nicht nur in der Reichweite, sondern in der Qualität der Daten, die du einbringst.

Was du bei Customer Match beachten solltest

Customer Match ist kein Trick, um Datenschutz zu umgehen. Du brauchst dafür eine passende Rechtsgrundlage und musst die Google-Richtlinien für hochgeladene Kundendaten einhalten.

Außerdem ist die Reichweite nicht unbegrenzt. Google kann nur den Teil deiner Liste nutzen, der tatsächlich einem Google-Nutzer zugeordnet werden kann. Die Match-Rate hängt also stark von der Qualität deiner Daten ab.

Für Werbetreibende im EWR gibt es zusätzlich Einschränkungen bei bestimmten Ausspielungen außerhalb der eigenen Google-Flächen. Genau deshalb solltest du Customer Match nicht nur technisch, sondern auch strategisch sauber einordnen.

Alternative 2: Benutzerdefinierte Segmente

Die zweite starke Alternative sind benutzerdefinierte Segmente.

Hier baust du keine Zielgruppe aus deinen eigenen Website-Besuchern oder Kundendaten, sondern definierst Menschen anhand von Signalen, die zu deinem Markt passen.

Dafür kannst du zum Beispiel hinterlegen:

  • relevante Keywords
  • URLs von Websites
  • Apps

Google nutzt diese Eingaben, um Nutzer zu finden, die ein passendes Interesse oder eine entsprechende Kaufabsicht zeigen.

Google Ads Zielgruppenverwaltung


Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn du:

  • Mitbewerber-Umfelder indirekt adressieren willst
  • sehr spitze Zielgruppen ansprechen möchtest
  • neue Reichweite außerhalb deiner bestehenden Nutzerbasis erschließen willst
  • ohne eigenes Website-Remarketing trotzdem präziser targetieren möchtest

Wichtig ist nur die Erwartungshaltung: Benutzerdefinierte Segmente sind kein echtes Remarketing. Sie sind eher eine gezielte Zielgruppensteuerung für Nutzer mit passendem thematischem Verhalten.

Der Vorteil liegt also nicht in der exakten Wiederansprache deiner Besucher, sondern in einer besseren Annäherung an Menschen, die zu deinem Angebot passen könnten.

Google Ads Zielgruppe anlegen


Benutzerdefinierte Segmente

Wie sinnvoll ist Consent Mode in diesem Zusammenhang?

Consent Mode ist kein Ersatz für Consent und auch kein Ersatz für funktionierendes Website-Remarketing. Consent Mode hilft Google dabei, den Einwilligungsstatus eines Nutzers technisch zu verstehen und Tags entsprechend zu steuern.

Für deine Zielgruppenstrategie heißt das: Consent Mode kann dein Setup verbessern, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit einer sauberen Datengrundlage. Ohne nutzbare Signale entstehen auch keine belastbaren Remarketing-Listen.

Wann welches Setup sinnvoll ist

Wenn du klassisches Website-Remarketing sauber umsetzen kannst, ist das oft weiterhin der direkteste und stärkste Weg.

Wenn das nicht geht, würde ich heute so denken:

  • Customer Match, wenn du gute eigene Kundendaten und CRM-Logik hast
  • Benutzerdefinierte Segmente, wenn du neue relevante Reichweite außerhalb deiner eigenen Datenbasis erschließen willst
  • GA4-Zielgruppen, wenn dein Consent- und Tracking-Setup sauber genug für präzise Website-Zielgruppen ist

Das Entscheidende ist also nicht, einfach irgendeine Zielgruppe zu bauen. Entscheidend ist, die richtige Zielgruppenart für deinen konkreten Fall zu wählen.

Mein Fazit

Wenn klassisches Website-Remarketing für dich nicht oder nur eingeschränkt funktioniert, musst du in Google Ads trotzdem nicht auf wirksame Zielgruppen verzichten.

Du solltest nur sauber unterscheiden:

  • Website-Remarketing bleibt stark, wenn Tagging und Consent sauber gelöst sind.
  • Customer Match ist die beste Alternative, wenn du gute First-Party-Daten hast.
  • Benutzerdefinierte Segmente sind kein Remarketing, aber ein starker Weg für gezielte Reichweite und Prospecting.

Und genau für kleinere und mittlere Konten ist ein Punkt heute besonders spannend: In der Google Suche reichen inzwischen schon 100 aktive Nutzer in den letzten 30 Tagen. Dadurch werden Remarketing und Customer Match deutlich früher nutzbar als viele noch aus älteren Artikeln oder Setups im Kopf haben.

Wenn du diese Unterschiede sauber verstehst, kannst du auch ohne klassisches Cookie-Denken weiterhin sehr starke Zielgruppen in Google Ads aufbauen und nutzen.

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Autor

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6 Kommentare

  • Hallo Herr Mohr,

    da haben Sie aber einen wirklich sehr spannenden Artikel erstellt.
    Wir denken, dass es für viele Leute eher nicht vorstellbar ist, ohne Cookie Pixel zu arbeitenn. Vielen Dank für diesen tollen und lesenswerten Beitrag!

    Liebe Grüße aus Hannover
  • Hi,

    vielen Dank für das Lob und viele Grüße nach Hannover!

    Christoph
  • Hi Christoph,

    vielen Dank für die megaschnelle Antwort!
    Am Ende gilt immer noch das gute alte Motto: "Am besten, testen!"
    Liebe Grüße
    Federica
  • Genau! Und das Motto "Man lernt nie aus" ;)
  • Hi Christoph,
    vielen Dank für Dein Blogartikel, wie immer megagut erklärt und total interessant! Bitte weiter sooo!

    Ich mag auch mit Zielgruppen "spielen" und was ich spannend gefunden habe, sind die "Benutzerdefinierte Zielgruppe mit gemeinsamen Interessen". Wenn meine Zielgruppe bestimmte Webseiten (URLs) oder Apps besuchen oder andere spezifische Interessen als von Google Ads kategorisiert haben, kann ich diese Zielgruppe selber erstellen und mit der Angaben der bestimmten URLs/Apps und / oder Interessen erreichen. Hier aber ist mir eine Frage im Sinne gekommen:

    Kann ich eine GDN Kampagne fahren, deren Zielgruppe Besucher von Social & Professional Netzwerken (z.B. Facebook Fanpage, oder XING Unternehmensseite) sind? Ist es irgendwie möglich, was sagst Du?

    Ich freue mich schon sehr über Dein Feedback und schicke Dir bewundernde Grüße
  • Hey Federica,

    erst einmal vielen Dank für das große Lob und danke an dich für eine treue Leserin ;)

    Also im Prinzip kannst du dort jede externe, öffentliche (also bspw. geht es nicht mit Webseiten, für die ein vorheriges Login nötig ist) Webseite angeben.
    Ich habe es selbst aber noch nicht in der Kampagnensteuerung ausprobiert, ob Google wirklich so spezifisch in der Zielgruppenaussteuerung vorgeht.

    Ich habe es eben mal mit der Facebook-Seite von Coca-Cola getestet und diese als "URL" bei der benutzerdefinierten Zielgruppe hinzugefügt. Auf Facebook gibt es derzeit 107,615 Mio Fans - Google schätzt eine Zielgruppe zwischen 100 und 500 Mio.
    Das kommt aus meiner Sicht super hin.

    Also würde ich sagen: Ja, du kannst auch Facebook-Seiten für die Zielgruppenfindung hinzufügen!

    Viele Grüße
    Christoph

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