Ein Großteil der Google-Ads-Ausgaben findet natürlich im Endkundenbereich statt. Also überall dort, wo Produkte oder Dienstleistungen direkt an Privatpersonen verkauft werden.
Es gibt aber genauso viele Angebote, die sich ganz klar an Unternehmen richten. Und genau dann wird es spannend. Denn Google Ads im B2B funktioniert – aber eben oft etwas anders als im klassischen B2C.
Tipp: Wir haben kürzlich einen Videokurs mit konkreten Tipps, Tricks und Anleitungen erstellt, damit du über deine Google Anzeigen gezielt B2B-Kunden erreichst.
Diesen findest du hier.
Die erste Frage ist meist gar nicht: „Kann das über Google Ads überhaupt funktionieren?“
Die wichtigere Frage ist eher: Wie muss ich die Kampagnen denken, damit ich im B2B nicht permanent die falschen Leute anziehe?
Denn genau das passiert oft.
Auf den ersten Blick wirkt Google natürlich wie eine klassische Endkunden-Suchmaschine. Man sieht Shopping-Anzeigen, lokale Treffer, Preise, Vergleichsseiten und ganz viel Suche rund um Alltagsprobleme.
In der Realität ist Google aber genauso eine Business-Suchmaschine. Nur eben nicht mit dem Schild „B2B“ vorne drauf.
Einkäufer, Geschäftsführer, Marketingverantwortliche, Vertriebsleiter, Fachabteilungen oder Projektverantwortliche recherchieren ebenfalls bei Google – nach Software, Maschinen, Agenturen, Dienstleistern, Prozessen, Lösungen, Angeboten oder ganz konkreten Problemen.
Und genau deshalb kann Google Ads im B2B sehr gut funktionieren. Nur eben nicht mit der gleichen Denke wie im B2C.
Im B2C ist die Logik oft klarer: Klick, Shop, Kauf.
Im B2B ist der Weg meistens deutlich unordentlicher.
Da recherchiert jemand auf dem Handy, kommt ein paar Tage später am Desktop wieder, spricht intern mit Kollegen, ruft vielleicht an, lädt sich etwas herunter, bucht dann aber nicht direkt – und meldet sich zwei Wochen später nochmal.
Oder der Lead kommt rein, aber der eigentliche Abschluss passiert erst nach Vertriebsgespräch, Demo, Termin oder Angebot.
Heißt im Klartext: Im B2B ist nicht nur die Kampagne wichtig, sondern vor allem die Frage, wie gut du relevante Nachfrage von Streuverlust trennst – und wie sauber du das am Ende misst.
Ein häufiger Fehler ist, dass B2B-Kampagnen im Grunde wie normale Suchkampagnen gebaut werden – nur mit ein paar Begriffen wie „für Unternehmen“ oder „Business“ in den Anzeigen.
Das reicht meistens nicht.
Im B2B musst du dir vorher ein paar sehr ehrliche Fragen stellen:
Gerade der letzte Punkt wird extrem oft unterschätzt.
Viele B2B-Unternehmen freuen sich über Formulare, über Klicks auf Telefonnummern oder über irgendeinen Lead. Aber was davon später wirklich zu Umsatz wird, weiß dann niemand so genau.
Und genau da wird es gefährlich.
Denn wenn Google auf die falschen Signale optimiert, bekommst du irgendwann vielleicht viele Leads – aber nicht die richtigen.
Deshalb ist Tracking im B2B oft noch wichtiger als im B2C.
Wenn Abschlüsse später im Vertrieb oder CRM passieren, solltest du früh darüber nachdenken, wie du diese Qualität zurück in Google Ads bekommst.
Heute geht das deutlich besser als früher, zum Beispiel über:
Gerade im B2B ist das oft der Unterschied zwischen „wir messen Anfragen“ und „wir optimieren auf echte Pipeline“.
Im B2B kannst du dir breite Streuung oft weniger leisten als im B2C. Nicht, weil das Suchvolumen immer kleiner ist – sondern weil irrelevante Klicks schneller teuer werden.
Deshalb solltest du dir dein Keyword-Set sehr genau überlegen.
Was ich in der Praxis oft sinnvoll finde:
Typische Ausschlüsse können zum Beispiel sein: Jobs, Definitionen, Ausbildung, kostenlos, privat, Familie, gebraucht – je nach Thema natürlich unterschiedlich.
Die Frage ist immer: Sucht hier gerade jemand nach einer Lösung für sein Unternehmen – oder eigentlich nach etwas ganz anderem?
Das heißt nicht, dass überall zwanghaft „B2B“ drinstehen muss. Aber die Anzeige sollte relativ klar machen, für wen das Angebot gedacht ist.
Wenn deine Texte genauso gut für Privatkunden funktionieren würden, ziehst du meistens auch einen Teil davon an.
Was in B2B-Anzeigen oft besser funktioniert:
Gerade im B2B ist die Anzeige oft kein „Klickmagnet“, sondern eher ein Filter. Und das ist auch gut so.
Das ist im B2B oft einer der größten Hebel.
Viele Kampagnen scheitern nicht daran, dass keiner sucht. Sondern daran, dass die Zielseite nicht sauber genug erklärt, worum es geht, für wen es gedacht ist und warum man gerade diesem Anbieter vertrauen sollte.
Typische Probleme auf B2B-Landingpages:
Gerade weil B2B-Entscheidungen selten spontan passieren, muss die Seite Vertrauen aufbauen und gleichzeitig klar machen, warum sich der nächste Schritt lohnt.
Viele B2B-Konten arbeiten fast ausschließlich auf Keyword-Basis. Das kann funktionieren – lässt aber oft Potenzial liegen.
Gerade im B2B würde ich eigene Daten viel stärker nutzen:
Der Grund ist einfach: Im B2B dauert Entscheidung oft länger. Da ist es extrem wertvoll, wenn du Nutzer später wieder ansprechen, segmentieren oder in anderen Kampagnen gezielter bewerten kannst.
Ja, Google wird immer automatischer. Und ja, manche Kampagnentypen können auch im B2B sehr gut funktionieren.
Aber: Im B2B würde ich nicht blind alles auf „läuft schon irgendwie mit KI“ stellen.
Vor allem dann nicht, wenn:
Performance Max kann sinnvoll sein, aber eher dann, wenn die Datengrundlage passt.
Demand Gen kann spannend sein, wenn du im B2B mehr Sichtbarkeit, Wiedererkennung oder einen sauberen oberen Funnel aufbauen willst – vor allem bei erklärungsbedürftigen Themen.
Die Basis bleibt aus meiner Sicht in vielen Fällen trotzdem erst einmal: saubere Suchkampagnen, gute Landingpages, gutes Tracking.
Viele B2B-Konten profitieren davon, wenn man nicht einfach 24/7 blind durchlaufen lässt, sondern sauber auswertet.
Ich würde aber nicht pauschal sagen: „Nur zu Geschäftszeiten schalten.“
Warum? Weil die Recherche oft früher stattfindet als die Anfrage.
Es kann also gut sein, dass sich Nutzer abends informieren, aber tagsüber anfragen. Genau deshalb solltest du solche Dinge nicht schätzen, sondern prüfen.
Das wird immer noch oft unterschätzt.
Viele B2B-Anfragen laufen über Telefon, Rückruf, Demo oder Kontaktformular mit späterem Follow-up. Wenn du das nicht misst, fehlt dir ein riesiger Teil der Wahrheit.
Deshalb sind Themen wie:
im B2B oft kein „nice to have“, sondern ziemlich relevant.
Gerade im B2B lohnt es sich oft, nicht nur auf den letzten Klick zu starren, sondern die gesamte Logik aus Recherche, Wiederansprache und Vertriebsreife mitzudenken.
Auf den ersten Blick wirkt B2B über Google Ads für viele komplizierter als klassische Endkundenwerbung. Und ehrlich gesagt: Das ist es oft auch.
Aber genau deshalb ist es auch ein spannender Kanal. Weil nicht jeder sauber arbeitet. Und weil viele schon an der Strategie, am Tracking oder an der Landingpage scheitern.
Wenn du Google Ads im B2B ernsthaft aufziehen willst, dann konzentriere dich aus meiner Sicht vor allem auf diese Punkte:
Dann kann Google Ads auch im B2B ein extrem starker Kanal sein.
Einen weiterführenden, äußerst umfangreichen Artikel kann ich dir auf unserer Agenturseite empfehlen.
Brauchst du gezielte Unterstützung? Dann nimm gern direkt Kontakt zu mir auf.
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besteht die Möglichkeit mit Google Ads gezielt nur größere Unternehmen anzusprechen?
das geht nicht direkter Art. Du kannst dich aber annähern, bspw. über die Auslieferung deiner Kampagnen auf die Standorte großer Unternehmen (hier musst du dann einmal die Postleitzahlen recherchieren und darauf per Standort ausrichten) oder bestimmter Interessensgruppen.
Das ist aber durchaus ungenau, eine bessere Möglichkeit für so eine starke Selektion fällt mir spontan (ohne den Einzelfall zu kennen) nicht ein.
VG
Christoph
Natürlich kann man die Anzeigenauslieferung ziemlich genau steuern. Keywords, Themen oder Zielgruppen sind hier das Mittel der Wahl. Über ausschließende Keywords können gezielt B2C Sucher ausgeschlossen werden. Diese gelangen dann nicht mehr auf Landingpage und die Erfahrung mit der Zielseite kann sich verbessern, da die relevante Zielgruppe auf der Seite unterwegs ist.
meinst du die "ähnlichen Zielgruppen"? Wie genau würdest du das aussteuern?
Viele Grüße
Christoph
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