Nutzt du bereits die Remarketing-Funktionalitäten in Google Ads?
Wenn nicht, solltest du dich damit wirklich beschäftigen. Denn Remarketing gehört nach wie vor zu den spannendsten Möglichkeiten, frühere Website-Besucher erneut anzusprechen – und zwar deutlich gezielter als viele denken.
Die technische Grundlage ist heute meist schneller gelegt als früher. In vielen Setups arbeitest du ohnehin bereits mit dem Google tag oder mit dem Google Tag Manager, zum Beispiel für Conversion-Tracking oder Zielgruppensignale.
Und genau darauf baut auch dynamisches Remarketing auf.
Der Unterschied ist nur: Du sprichst Nutzer nicht einfach allgemein erneut an, sondern idealerweise mit genau den Produkten oder Leistungen, für die sie sich zuvor interessiert haben.
Inhaltsverzeichnis
Beim normalen Remarketing sprichst du Nutzer, die mindestens einmal auf deiner Website waren, basierend auf ihrem Surfverhalten erneut an.
Das können im einfachsten Fall alle Besucher deiner Website sein.
Oft werden diesen Personen dann eher allgemeine Banner oder Anzeigen ausgespielt – also Werbung für deine Marke, deinen Shop oder deine Dienstleistung insgesamt.
Effizienter wird es bereits dann, wenn du Zielgruppen sauber segmentierst. Zum Beispiel:
Gerade Bestellabbrecher sind hier natürlich besonders spannend. Diese Nutzer kennen dich bereits, waren schon sehr nah an der Conversion und lassen sich häufig mit der richtigen Botschaft noch einmal aktivieren.
Mit dynamischem Remarketing gehst du einen Schritt weiter:
Du zeigst dem Nutzer nicht nur irgendeine allgemeine Anzeige, sondern idealerweise genau die Produkte oder Leistungen, die er sich zuvor angesehen hat. Genau das beschreibt Google auch heute noch als Kernfunktion von Dynamic Remarketing.
Heute solltest du hier vor allem zwischen Performance Max, klassischen Display-Kampagnen und feedbasierten Remarketing-Setups unterscheiden.
Smart Shopping wurde schon vor längerer Zeit in Performance Max überführt. Für viele Retail-Setups ist Performance Max heute deshalb der wichtigste automatisierte Kampagnentyp, wenn es um feedbasierte Ausspielung und remarketingnahe Logiken geht.
Auch Smart Display wird heute nicht mehr als eigener klar abgegrenzter Kampagnentyp so geführt wie früher. Google hat die Flexibilität klassischer Display-Kampagnen und die Automatisierung von Smart Display in die heutige Display-Welt zusammengeführt.
Für die Praxis heißt das:
Möchtest du also mehr Kontrolle als in einer stark automatisierten Blackbox, dann gibt es weiterhin im Wesentlichen diese beiden Hauptwege:
Manchmal ist der Weg über Merchant Center oder ein klassisches Retail-Setup schlicht nicht passend – etwa wenn du Dienstleistungen, Spezialangebote oder andere nicht standardisierte Inventare bewirbst. Dann bleibt dir der Weg über Geschäftsdaten beziehungsweise Dynamic Ad Feeds.
Der technische Grundgedanke ist weiterhin derselbe: Du brauchst auf deiner Website nicht nur das Google Ads Remarketing-Tag beziehungsweise den Google tag, sondern musst für dynamisches Remarketing zusätzlich die passenden Parameter mitsenden.
Bei einem klassischen Retail-/Merchant-Center-Setup werden dafür weiterhin die bekannten Parameter genutzt, zum Beispiel:
Google dokumentiert diese Parameterlogik weiterhin offiziell für dynamisches Remarketing.
Im alten Artikel war von „drei neuen Zeilen“ im Code die Rede. Das ist als Denkmodell okay, aber heute würde ich es technischer sauberer formulieren:
Du musst die für deinen Geschäftstyp passenden dynamischen Remarketing-Parameter korrekt an Google übergeben – entweder direkt über den Google tag oder über den Google Tag Manager.
Wenn du einzelne Seitentypen nicht sauber zuordnen kannst oder möchtest, musst du sehr bewusst prüfen, welche Werte du dort übergibst – unsaubere oder inkonsistente Parameter sind eine der häufigsten Fehlerquellen bei dynamischem Remarketing.
Ob die Übergabe funktioniert, kannst du später über deine Zielgruppenquellen, Tag-Details und die Tag-Diagnose in Google Ads prüfen:
Weitere Infos findest du hier und hier.
Wenn du keinen klassischen Shopping-/Merchant-Center-Feed hast, bleibt dir weiterhin der Weg über Geschäftsdaten beziehungsweise Dynamic Ads Feeds.
Auch das ist heute weiterhin ein valider Weg für dynamisches Remarketing. Google beschreibt Business Data und Dynamic Ad Feeds nach wie vor offiziell als Quelle für dynamische Remarketing-Anzeigen.
Dort findest du den Bereich, über den du Feeds anlegen und verwalten kannst.
Bei benutzerdefinierten Feeds heißen die Parameter anders als beim Retail-/Shopping-Setup:
Die Grundlogik bleibt gleich: Der Parameterwert auf der Website muss zum Feed passen. Wenn die IDs oder Werte nicht sauber zusammenpassen, funktioniert das dynamische Mapping später nicht zuverlässig.
Es dauert in der Regel ein wenig, bis Google den Feed verarbeitet, die Anzeigen freigibt und das Remarketing sauber ausliefert. Wenn alles korrekt verknüpft ist, können frühere Website-Besucher dann genau die Produkte oder Leistungen erneut sehen, die sie sich bereits angesehen haben.
Unabhängig davon, ob du dynamisches Remarketing über Merchant Center / Retail-Daten oder über benutzerdefinierte Feeds in den Geschäftsdaten steuerst: Es bleibt eine sehr starke Form des Remarketing-Marketings mit hoher Relevanz.
Gerade deshalb ist es heute wichtiger denn je, die Setups technisch sauber aufzubauen:
Was sich seit dem alten Artikel vor allem geändert hat: Die Kampagnentypen und die Automatisierung rundherum haben sich verschoben.
Im Retail-Bereich solltest du heute vor allem Performance Max mitdenken. Im Display-Bereich arbeitest du mit der heutigen Display-Logik und deinen Datensegmenten. Smart Shopping als eigenständiger Ansatz ist dagegen Vergangenheit.
Und ja – die eigentliche Stärke bleibt dieselbe:
Du sprichst Nutzer nicht nur „noch einmal irgendwie“ an, sondern mit einer Botschaft, die deutlich näher an ihrem tatsächlichen Interesse liegt.
Übrigens: In manchen Setups kannst du weiterhin unterschiedliche Remarketing-Logiken parallel denken – zum Beispiel Merchant-Center-basierte Produktlogiken plus ergänzende Feed- oder Zielgruppenstrukturen für andere Bereiche.
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