Gehen wir einmal Schritt für Schritt die Erstellung einer klassischen Suchkampagne durch.
Der Prozess wirkt auf den ersten Blick recht intuitiv – und genau das ist gleichzeitig Chance und Risiko.
Denn Google Ads führt dich zwar relativ bequem durch die einzelnen Schritte, aber nicht jede vorgeschlagene Einstellung ist automatisch auch die beste für dein Ziel.
Genau deshalb schauen wir uns in diesem Artikel nicht nur an, wie du eine Suchkampagne anlegst, sondern auch, worauf du dabei wirklich achten solltest.
Wenn du magst, schaust du dir zusätzlich das folgende Video an und gehst die Schritte direkt an deinem Bildschirm mit durch.
Am Ende wirst du nicht einfach nur „irgendeine“ Suchkampagne haben, sondern eine deutlich sauberer aufgebaute Grundlage für echte Performance.
In diesem Artikel führe ich dich durch den kompletten Prozess der Erstellung einer Google-Ads-Suchkampagne – von den ersten Einstellungen bis hin zu den wichtigsten Gedanken für den späteren Erfolg.
Suchkampagnen eignen sich besonders gut für Unternehmen, die gezielt Nachfrage abgreifen wollen. Das heißt: Ein Nutzer sucht aktiv nach einem Produkt, einer Lösung oder einer Dienstleistung – und du wirst genau in diesem Moment sichtbar.
Das ist einer der größten Vorteile von Search.
Du unterbrichst den Nutzer nicht zufällig, sondern reagierst auf eine konkrete Suchanfrage.
Unser Beispiel in diesem Artikel: die Generierung von Newsletter-Anmeldungen. Die Logik lässt sich aber genauso gut auf Leads, Anfragen, Käufe oder Terminbuchungen übertragen.
Der häufigste Fehler beim Anlegen einer Kampagne ist nicht eine falsche Checkbox, sondern ein unscharfes Ziel.
Bevor du irgendetwas anklickst, solltest du dir klar machen:
In unserem Beispiel ist das Ziel klar: Newsletter-Anmeldungen.
Das ist wichtig, weil sich daraus später die Wahl der Gebotsstrategie, der Landingpage, der Anzeigenbotschaft und auch der Keywords ergibt.
Viele Kampagnen scheitern nicht daran, dass Google Ads „nicht funktioniert“, sondern daran, dass das Ziel nicht sauber genug definiert wurde.
Beim Erstellen einer neuen Suchkampagne fragt Google dich zunächst nach einem Kampagnenziel, zum Beispiel:
Für unser Beispiel wäre „Leads“ grundsätzlich passend.
Du kannst aber auch die Option „Kampagne ohne Zielvorhaben erstellen“ wählen.
Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du möglichst viel Kontrolle behalten möchtest und nicht zu früh in eine von Google stark geführte Logik gedrückt werden willst.
Ich persönlich finde diese Variante in vielen Fällen angenehm, weil du damit klarer und freier arbeiten kannst.
Tipp: Wenn du dich sicherer fühlen möchtest und dir die Oberfläche alle Optionen sauber offenlassen soll, ist „Kampagne ohne Zielvorhaben erstellen“ oft ein sehr guter Weg.
Im nächsten Schritt wählst du den Kampagnentyp aus.
Hier geht es in diesem Artikel ganz bewusst um die klassische Suchkampagne.
Warum Search?
Weil Suchkampagnen in vielen Fällen der beste Einstieg in Google Ads sind. Du arbeitest dort mit aktiver Nachfrage, relativ klarer Suchintention und meist deutlich geringeren Streuverlusten als in visuelleren oder breiteren Kampagnentypen.
Gerade wenn du Leads, Anfragen oder direkte Verkäufe generieren willst, ist Search oft der logischste erste Schritt.
Hier entscheidet sich, wie Google mit deinem Budget arbeitet.
Und genau hier wird häufig zu schnell etwas ausgewählt, ohne die Voraussetzungen zu prüfen.
Grundsätzlich gilt:
Warum?
Weil Google bei conversionbasierten Strategien eine brauchbare Datengrundlage braucht. Wenn diese noch nicht vorhanden ist, kann der Algorithmus nur sehr eingeschränkt sinnvoll optimieren.
Mein praktischer Denkansatz:
Tipp: Die Strategie „Anteil an möglichen Impressionen“ ist für reine Lead- oder Sales-Ziele meistens nicht die erste Wahl. Sie fokussiert Sichtbarkeit – nicht wirtschaftliche Ergebnisse.
Google gibt dir bei Suchkampagnen in der Regel die Möglichkeit, deine Anzeigen nicht nur in der Google-Suche selbst, sondern auch auf Suchnetzwerk-Partnern ausspielen zu lassen.
Das kann zusätzliche Reichweite bringen.
Ob diese Reichweite für dich gut ist, musst du später in den Daten prüfen.
Worauf ich deutlich stärker achten würde:
Das Display-Netzwerk solltest du bei einer klassischen Suchkampagne in der Regel nicht einfach mit aktivieren.
Warum nicht?
Weil Suchanzeigen und Display-Werbung zwei völlig unterschiedliche Logiken haben:
Wenn du beides unkontrolliert mischst, verwässerst du schnell die Daten und erhöhst die Streuverluste.
Tipp: Für die meisten klassischen Suchkampagnen gilt: Display aus, Search sauber separat fahren.
Jetzt legst du fest, wo deine Anzeigen erscheinen sollen.
Das klingt banal, ist aber eine extrem wichtige Stellschraube.
Du kannst zum Beispiel targetieren auf:
Gerade bei lokalen oder regionalen Kampagnen solltest du hier sehr bewusst arbeiten.
Oft ist es deutlich sinnvoller, gezielt ein Gebiet sauber abzudecken, statt zu breit zu starten.
Ein besonders wichtiger Punkt sind die Standortoptionen.
Hier würde ich in vielen Fällen die Einstellung auf „Präsenz“ setzen, also auf Nutzer, die sich tatsächlich in deinem Zielgebiet befinden oder regelmäßig dort sind.
Damit vermeidest du unnötige Streuverluste durch Nutzer, die nur Interesse an deiner Region zeigen, aber gar nicht wirklich dort relevant sind.
Tipp: Gerade bei lokalen Dienstleistungen ist diese Einstellung oft ein echter Performance-Hebel.
Im Bereich Sprache wählen viele standardmäßig einfach „Deutsch“ und gehen weiter.
Das ist in vielen Fällen auch okay – aber du solltest wissen, dass sich die Spracheinstellung in Google Ads nicht einfach nur auf die Sprache deiner Anzeige oder Website bezieht, sondern auf die Google-Umgebung und Nutzerkontexte.
Für klassische deutschsprachige Kampagnen ist Deutsch meist die logische Wahl. Wenn du internationaler oder mehrsprachig arbeitest, solltest du hier deutlich sauberer differenzieren.
Google bietet dir im Kampagnenaufbau schon relativ früh Zielgruppenempfehlungen oder Zielgruppensignale an.
Hier ist Vorsicht sinnvoll.
Für klassische Suchkampagnen würde ich Zielgruppen in vielen Fällen zunächst eher auf Beobachtung nutzen – also zur Analyse und Auswertung – und nicht direkt als harte Einschränkung.
Warum?
Weil du dir sonst unter Umständen Reichweite abschneidest, bevor du überhaupt Daten gesammelt hast.
Gerade beim Start einer Suchkampagne ist die Keyword-Logik meist der primäre Steuerungshebel. Zielgruppen können später sehr wertvoll sein – aber nicht jede frühe Einschränkung ist automatisch sinnvoll.
Die Auswahl der richtigen Keywords ist einer der wichtigsten Schritte überhaupt.
Denn hier entscheidest du, bei welchen Suchanfragen deine Anzeigen grundsätzlich erscheinen dürfen.
Ich würde dir empfehlen, nicht einfach möglichst viele Begriffe einzutragen, sondern sauber zu überlegen:
Grundsätzlich hast du bei Suchkampagnen verschiedene Match Types zur Verfügung:
Gerade zu Beginn ist es oft sinnvoll, mit Wortgruppe und genau passend mehr Kontrolle aufzubauen.
Das hilft dir, Suchanfragen präziser einzugrenzen und schneller zu verstehen, welche Begriffe wirklich funktionieren.
Das heißt aber nicht, dass weitgehend passend grundsätzlich schlecht ist.
Im Gegenteil: Broad Match kann sehr stark sein – vor allem in Kombination mit gutem Conversion-Tracking, sauberen Smart-Bidding-Strategien und einer aktiven Suchanfragenkontrolle.
Aber wenn du gerade erst startest und noch wenig Daten hast, ist etwas mehr Kontrolle oft der angenehmere Weg.
Tipp: Nutze den Keyword-Planer, deine eigene Website, Suchanfragen aus der Search Console oder auch die Websites von Mitbewerbern, um Ideen zu sammeln.
Mindestens genauso wichtig wie deine gebuchten Keywords sind die Begriffe, bei denen du nicht erscheinen willst.
Typische Beispiele sind:
Natürlich hängt das stark vom Geschäftsmodell ab. Aber der Punkt bleibt:
Negative Keywords helfen dir dabei, unnötige Klicks und damit unnötige Kosten zu vermeiden.
Gerade neue Konten verschenken hier oft sehr viel Geld, weil sie sich zu stark auf die positiven Keywords konzentrieren und die Ausschlüsse vernachlässigen.
Jetzt stellt sich die Frage, wie du deine Kampagne strukturierst.
Eine gute Struktur hilft dir dabei,
Für das Beispiel „Newsletter-Anmeldungen“ könnte die Struktur relativ schlank sein.
Wenn du komplexere Angebote bewirbst, solltest du überlegen, ob du nach Themen, Leistungen, Produktgruppen oder Suchintentionen strukturierst.
Die wichtigste Regel lautet dabei:
Nicht unnötig kompliziert, aber auch nicht völlig unscharf.
In Suchkampagnen arbeitest du heute im Normalfall mit responsiven Suchanzeigen.
Du kannst dafür mehrere Headlines und Beschreibungen hinterlegen, aus denen Google verschiedene Kombinationen bildet.
Wichtig ist dabei nicht nur, möglichst viel auszufüllen, sondern vor allem sinnvoll unterschiedliche Bausteine zu liefern.
Gute Headlines greifen oft Dinge auf wie:
Bei den Beschreibungen solltest du weniger bloß wiederholen, was schon in den Headlines steht, sondern eher ergänzen:
Tipp: Vermeide es, 15 Headlines zu schreiben, die alle fast das Gleiche sagen. Variation ist wichtiger als bloße Menge.
Wenn dir Ideen fehlen, kannst du dir natürlich auch von KI-Tools oder ChatGPT erste Formulierungsvorschläge geben lassen. Wichtig ist nur: nicht blind übernehmen, sondern auf Relevanz, Klarheit und Stil prüfen.
Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, findest du hier auch mein Video dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=2ER2l7zWfWk
Viele konzentrieren sich beim Kampagnenstart fast nur auf Keywords und Anzeigentexte.
Was dabei oft unterschätzt wird: Assets.
Dazu gehören zum Beispiel:
Diese Elemente machen deine Anzeige größer, informativer und häufig klickstärker.
Gerade deshalb solltest du sie beim Start nicht auf später verschieben.
Eine Suchkampagne ohne sinnvolle Assets wirkt oft unnötig schwach im Vergleich zu Wettbewerbern, die ihre Anzeigenfläche besser ausnutzen.
Ein ganz wichtiger Punkt, der im Kampagnenaufbau gerne unterschätzt wird, ist die Zielseite.
Denn selbst die beste Suchkampagne kann nicht sauber performen, wenn die Landingpage schwach ist.
Prüfe also vor dem Start ganz bewusst:
Gerade bei Lead-Kampagnen ist die Landingpage oft mindestens genauso wichtig wie die Anzeige selbst.
Zum Schluss legst du dein Tagesbudget fest.
Für Einsteiger klingt ein kleines Budget oft erst einmal sicher – und das kann es auch sein.
Aber: Ein zu niedriges Budget kann deine Lernphase und damit auch die Beurteilbarkeit der Kampagne massiv erschweren.
Wenn du zum Beispiel nur sehr wenige Klicks pro Tag generierst, dauert es deutlich länger, bis du aus den Daten wirklich etwas ableiten kannst.
Deshalb geht es nicht nur um die Frage
„Wie wenig Budget kann ich einsetzen?“
sondern eher um
„Mit welchem Budget kann diese Kampagne überhaupt sinnvoll lernen und zeigen, was möglich ist?“
Als grober Einstieg können 5 bis 10 Euro pro Tag in manchen Nischen funktionieren. In umkämpfteren Bereichen kann das aber deutlich zu wenig sein.
Bevor du auf „Veröffentlichen“ klickst, prüfe noch einmal:
Wenn diese Basis stimmt, hast du deutlich bessere Chancen auf einen guten Start.
Ein häufiger Denkfehler ist: Kampagne erstellt, fertig.
In Wahrheit beginnt die eigentliche Arbeit erst nach dem Start.
Denn jetzt musst du beobachten und optimieren:
Google Ads ist kein Kanal, den du einmal einrichtest und dann monatelang sich selbst überlässt.
Die Qualität der laufenden Optimierung entscheidet sehr oft darüber, ob eine Kampagne nur „läuft“ oder wirklich profitabel wird.
Mit diesen Schritten kannst du eine klassische Google-Ads-Suchkampagne sauber anlegen und deutlich strukturierter starten als viele andere Werbetreibende.
Der Schlüssel liegt nicht darin, möglichst schnell auf „Veröffentlichen“ zu klicken, sondern von Anfang an die richtigen Entscheidungen zu treffen:
Wenn du diese Basis sauber legst, hast du nicht nur irgendeine Suchkampagne – sondern ein echtes Fundament für bessere Ergebnisse.
Weitere Tipps zur Optimierung findest du in meinen detaillierteren Videos und Blogbeiträgen.
Viel Erfolg bei der Einrichtung deiner nächsten Kampagne.
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