Ich freue mich über eure Fragen. Diese könnt ihr mir gern per Mail senden.
Spannende Fragen aus der Praxis greife ich hier anonymisiert auf und beantworte sie gesammelt. Denn vieles, was in einem Konto schiefläuft, ist kein Einzelfall, sondern begegnet einem in ähnlicher Form immer wieder.
Das ist ein klassisches Problem in spitzen Nischen. Und die ehrliche Antwort ist: Wenn kaum jemand aktiv nach deinem Angebot sucht, kann die Google-Suche allein diesen Markt nicht groß machen.
In solchen Fällen bringt es meist wenig, immer allgemeinere Keywords aufzubuchen. Das sorgt oft nur für mehr Streuverlust, unqualifizierte Klicks und am Ende für Frust im Konto.
Deutlich sinnvoller ist es, in mehreren Ebenen zu denken:
Die wichtigste Erkenntnis dabei: Bei sehr kleinen Märkten ist nicht das Konto das Problem, sondern das Suchvolumen. Dann muss die Strategie breiter werden.
Das passiert häufiger, als man denkt. Der Status „Im Budget eingeschränkt“ bedeutet nicht automatisch, dass Google dein Budget problemlos vollständig ausgeben könnte. Er zeigt erst einmal nur, dass mehr Reichweite möglich wäre, wenn die Rahmenbedingungen passen.
Wenn eine Kampagne trotz dieses Hinweises nicht sauber ausliefert, prüfe vor allem diese Punkte:
Ein alter Tipp aus früheren Jahren war, die Auslieferungsmethode auf „beschleunigt“ zu stellen. Das ist heute kein Lösungsweg mehr. Wichtiger ist, die eigentliche Engstelle zu finden: Reichweite, Gebot, Zielvorgabe, Struktur oder Nachfrage.
Wenn es dir vor allem um Sichtbarkeit geht, kann in Einzelfällen auch Ziel-Impressionsanteil sinnvoll sein. Wenn es um Leads oder Umsatz geht, sind saubere Conversion-Daten und realistische Gebotsziele meist deutlich wichtiger als irgendein Trick an der Auslieferung.
Früher hat man oft einfach zwei bis vier Textanzeigen pro Anzeigengruppe gegeneinander laufen lassen und nach CTR entschieden. So simpel ist es heute nicht mehr.
Im Suchnetzwerk arbeiten viele Konten inzwischen vor allem mit Responsive Search Ads. Das heißt: Du testest nicht nur ganze Anzeigen gegeneinander, sondern auch Botschaften, Headlines, Beschreibungen und Kombinationen daraus.
Für die Praxis hat sich dieses Vorgehen bewährt:
Hundert Impressionen pro Variante sind bestenfalls ein erster Hinweis, aber noch keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Gerade bei kleinen Volumina brauchst du Geduld. CTR kann dir früh zeigen, welche Botschaften eher ziehen. Die eigentliche Entscheidung sollte aber über die Zielgröße fallen, die für die Kampagne wirklich zählt.
Mein pragmatischer Ansatz: Erst prüfen, ob die Anzeige überhaupt Aufmerksamkeit bekommt. Danach entscheidet nicht die schönste Klickrate, sondern die bessere Geschäftswirkung.
Nicht direkt. Bei Shopping-Kampagnen gibst du keine klassischen Keywords für einzelne Produkte vor wie im Suchnetzwerk. Google ordnet Suchanfragen anhand deiner Produktdaten zu.
Deshalb liegt der Hebel vor allem im Feed. Besonders wichtig sind:
Wer Shopping wirklich optimieren will, arbeitet deshalb zuerst am Feed und nicht an vermeintlichen Keywordfeldern.
Trotzdem solltest du natürlich auswerten, zu welchen Suchanfragen deine Produkte ausgespielt werden. Je nach Kampagnentyp ist die Transparenz unterschiedlich, aber bei Standard Shopping kannst du Suchbegriffe auswerten und irrelevante Anfragen ausschließen. Bei Performance Max musst du stärker über Feed-Qualität, Struktur, Ausschlüsse und zusätzliche Signale arbeiten.
Nein, die Klickrate auf Suchnetzwerk-Partnern beeinflusst den Quality Score auf Google selbst nicht.
Das heißt aber nicht, dass du Suchnetzwerk-Partner blind laufen lassen solltest. Die Qualität kann dort je nach Branche und Setup stark schwanken. Deshalb solltest du die Performance immer separat beobachten und nach Conversion-Daten bewerten – nicht nach Gefühl.
Wenn zusätzliche Reichweite sauber konvertiert, kann das sinnvoll sein. Wenn es nur Volumen ohne Qualität bringt, dann gehört es hinterfragt oder deaktiviert.
Wenn eine Kampagne vorher lief und dann fast komplett einbricht, solltest du systematisch vorgehen. Die häufigsten Gründe sind heute:
Gerade bei Smart Bidding ist ein harter Rückgang oft kein technischer Zufall, sondern ein Signal dafür, dass die Kombination aus Ziel, Datenmenge und Markt nicht mehr aufgeht.
Wichtig ist außerdem: Wenn Anzeigen oder Assets geprüft werden, passiert das meist recht schnell. Bleibt etwas deutlich länger hängen, lohnt sich der genaue Blick in den Status und im Zweifel auch der Kontakt mit dem Support.
Das Thema wird oft dramatischer gemacht, als es ist. Ja, Kampagnen auf Fremdmarken haben häufig eine schwächere Anzeigenrelevanz, niedrigere Klickraten und damit oft schlechtere Effizienz als sauber passende Suchanfragen.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dein gesamtes Konto dadurch „kaputtgeht“.
In der Praxis würde ich solche Tests immer separat halten – also in einer eigenen Kampagne mit eigenem Budget, klarer Kontrolle und sauberer Erwartungshaltung. Dann siehst du schnell, ob das Thema wirtschaftlich funktioniert oder nur unnötig Budget verbrennt.
Wichtig ist außerdem die rechtliche Seite. Nur weil etwas technisch schaltbar ist, heißt das nicht automatisch, dass jede Formulierung oder jede Nutzung fremder Marken unproblematisch ist. Das solltest du immer mitdenken.
Und ja: Eine eigene Markenkampagne bleibt fast immer sinnvoll. Sie schützt deinen Markennamen, hält die Kontrolle über die Suchergebnisse und liefert meist sehr starke Effizienzwerte.
Der erste Blick geht in die Status-Spalte der Anzeigen oder Assets. Dort siehst du bereits, ob etwas abgelehnt wurde oder noch geprüft wird.
Wenn du mit der Maus über den Status gehst, bekommst du meist schon deutlich mehr Informationen. Zusätzlich kannst du die Spalte Richtliniendetails einblenden. Gerade bei größeren Konten ist das oft der schnellste Weg, um Muster zu erkennen.
Darüber hinaus gibt es heute den Policy Manager, in dem du Richtlinienverstöße, Prüfungen und Einsprüche besser nachvollziehen kannst.
Oft sind es Kleinigkeiten wie fehlerhafte Weiterleitungen, problematische Formulierungen, sensible Begriffe auf der Landingpage oder Branchen mit strengeren Vorgaben. Und manchmal ist es eben doch nur Google-Logik mit merkwürdiger Auslegung. Dann hilft oft nur sauberes Nacharbeiten oder ein Einspruch.
Display wird oft zu breit aufgesetzt und dann mit denselben Maßstäben wie Search bewertet. Das funktioniert selten gut. Im Display-Netzwerk solltest du deutlich stärker mit Zielgruppen, Ausschlüssen, Creatives und Nachqualifizierung arbeiten.
Ein paar Hebel, die in der Praxis oft wirken:
Ein früher beliebter Hebel waren ähnliche Zielgruppen. Die spielen heute in Google Ads so nicht mehr dieselbe Rolle. Umso wichtiger sind eigene Daten, Customer Match, sauberes Remarketing und gute Signale darüber, wer wirklich wertvoll ist.
Und noch ein Punkt: Für manche Ziele ist Display nicht der beste Kanal. Wenn du eher Nachfrage anschieben und gleichzeitig stärkere Kreativformate nutzen willst, kann auch Demand Gen deutlich spannender sein.
Die richtige Gebotsstrategie hängt nicht an einer Regel, sondern am Ziel der Kampagne und an der Qualität deiner Daten.
Eine grobe Orientierung:
Wichtig ist weniger die Strategie selbst als die Frage, ob sie zu deinem Datenvolumen passt. Wer bei wenig Volumen zu früh mit starren Zielen arbeitet, würgt Kampagnen oft eher ab, als dass er sie verbessert.
Mein Grundsatz: Erst Datenbasis und Tracking sauber machen, dann die passende Gebotsstrategie wählen – nicht umgekehrt.
Ja, grundsätzlich ist das möglich. Wichtig ist aber, dass du die Bestellformular- oder Produktseiten technisch sauber in dein Tracking einbindest und das Ganze datenschutzkonform umsetzt.
Heute würde ich das nicht mehr über alte Analytics-Logiken denken, sondern über ein sauberes Setup mit Google Ads-Tag, Google Tag Manager, GA4 oder einer anderen tragfähigen Tracking-Struktur – je nachdem, wie dein Funnel aufgebaut ist.
Wenn Digistore24 die relevante Seite sauber in deinem Tracking verfügbar macht, kannst du daraus Zielgruppen bauen. Besonders sinnvoll ist dabei fast immer der Ausschluss der Käufer, damit du Besucher des Bestellformulars erneut ansprechen kannst, ohne bereits konvertierte Nutzer unnötig weiter zu bewerben.
Entscheidend ist also nicht die Frage, ob Remarketing grundsätzlich geht, sondern ob dein Tracking-Setup technisch und rechtlich sauber genug dafür ist.
Das ist eine wichtige Unterscheidung. In Google Ads kannst du für jede Conversion-Aktion festlegen, ob sie in die Spalte Conversions einbezogen werden soll oder nicht.
Alles, was dort eingeschlossen ist, ist in der Regel auch die Grundlage für Smart Bidding. Genau auf diese Signale optimiert Google also bevorzugt.
Alle Conversions ist breiter. Dort tauchen zusätzlich Conversion-Aktionen auf, die du nicht in die Hauptspalte einbeziehst, sowie weitere zugeordnete Conversion-Typen.
Für die Praxis heißt das: In die Spalte „Conversions“ gehört nur das, worauf Google wirklich optimieren soll. Alles andere kannst du messen, ohne es zum eigentlichen Steuerungssignal zu machen.
Weil das Tagesbudget in Google Ads kein harter Tagesdeckel ist.
Google kann an einzelnen Tagen bewusst mehr ausgeben, wenn das System mehr gute Chancen sieht. Entscheidend ist nicht jeder einzelne Tag für sich, sondern der Durchschnitt über den Abrechnungszeitraum.
Deshalb kann es vorkommen, dass eine Kampagne an einem Tag deutlich über dem eingestellten Tagesbudget liegt. Über den Monat hinweg darf Google dir aber nicht mehr berechnen als das durchschnittliche Tagesbudget hochgerechnet auf einen Monat.
Wichtig ist also: Nicht auf einzelne Ausreißertage starren, sondern den Verlauf im Gesamtzeitraum beurteilen.
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Christoph, wie wär's denn mal mit einem Rundumschlag-Artikel zum Thema "Listen". Wozu die gut sind, wie sie erstellt werden usw. etc. :-)
danke dir und natürlich darf hier auch mal etwas von SEO stehen ;)
Was genau meinst du mit "Listen"? Remarketinglisten, Listen in den Beiträgen?
Viele Grüße
Christoph
ja, dann hast du dahingehend noch etwas Luft an Optimierungen. Aber nicht um jeden Preis den QF optimieren, deine selbst gesetzten KPIs sind das ausschlaggebende. Wenn diese stimmen, dann ist es das Wichtigste.
Nicht immer sind die QFs von 8-10 realistisch, je nach Zielgruppe und Nutzerintention.
Viele Grüße
Christoph
Falls Du bei Gelegenheit Zeit und Lust hast, eine paar Gedanken zu folgenden Fragen zum Bereich "Qualitätsfaktor" zu beantworten...:
1. Ab wann redet man von einem ausreichend guten Qualitätsfaktor?
2. Sollte man eine Anzeige / ein Keyword mit einem eher schlechten Qualitätsfaktor rausnehmen? Zieht das die ganze Kampagne runter, oder ist das eigentlich "egal"? Die Bewertung scheint sich nämlich zu ändern...
3. Was sind die Schritte, um den Qualitätsfaktor insgesamt zu verbessern?
Beste Grüße, und nochmals vielen Dank für die ganzen Informationen!
gern ;)
Zu deinen Fragen:
1) Ab einem Qualitätsfaktor von 7 sind die Werte gut. Je höher desto besser, aber mit Werten von 10 überall kann man nicht rechnen. Das ist unrealistisch.
2) Wenn du auf einzelne Keywords mit einem geringen QF verzichten kannst, dann gern löschen. Je mehr du den Kontodurchschnitt dadurch verbesserst, umso besser.
3) Die Hauptmerkmale sind :
- die CTR (Klickrate)
- die Relevanz der Anzeige zum Keyword.
Es muss für Google ein "roter Faden" zwischen Kontostruktur, Keyword, Anzeige und Landingpage erkennbar sein. Und je höher die Klickrate auf den Anzeigentext ist, umso stärker die Auswirkung auf den Qualitätsfaktor.
Viele Grüße
Christoph
Was denkst du?